Die Kleintierwallfahrt mit dem Bock

Was hat Meister Garmin so drauf?

Samstag war nicht nur ein perfekter Tag sondern auch recht lehrreich. Wir waren an der Wiege Österreichs, in der Gegend wo quasi der Taufschein der Nation 996 von König Otto III ausgestellt wurde. Hier im Mostviertel in Neuhofen/Ybbs wurde erstmals in einer Schenkungsurkunde der Name Österreich – Ostarrichi – erwähnt.

Kurvige Strassen und Wege überziehen die Hügellandschaft rund um den Sonntagberg. Wenig Verkehr abseits der Pilgerwege und die phantastischen Ausblicke ins Donautal und zu den Voralpen machen die Gegend zu einem paradiesischen Fleckchen Erde. Ein heißer Tipp auf alle Fälle für die Motorradgemeinde ist die Panoramastraße.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Nun bei dem Ausflug gab es in der Schatzkammer der Basilika am Sonntagberg auch überraschende Einblicke in die Geschichte der Wallfahrt, die 1757 mit 132.000 Kommunionen ihren Höhepunkt hatte. Besondere Aufmerksamkeit erweckten die Breverl in einer Vitirne. Ja genau, das hab ich mich auch gefragt, was ist das? Immerhin wusste ich wenigstens schon was ein Schluckbildchen ist. Nun ein Breverl ist quasi ein kleines gefaltetes Papierbriefchen, das wie ein Amulett getragen wurde. Ganz wichtig, die Wirkung – Schutz vor Dämonen, Krankheit usw. – erlischt, wen man das Briefchen öffnet. Hoffentlich haben das alle gewusst, die so ein Kleinod besessen haben. Neugierig sein, war demnach nicht so gut. Interessant finde ich, dass diese magischen Gegenstände von der katholischen Kirche angeblich abgelehnt wurden. Der Verkauf an die Wallfahrer war aber ein willkommenes florierendes Geschäft.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Im Titel hab ich ja eine Kleintierwallfahrt versprochen. Wir wussten vor unserm Abstecher zur mit Schindel verkleideten Wallfahrtskirche St. Veit in Toberstetten auch nicht, das es so was gab. Auf der Informationstafel vor der Kirche, haben wir dann gelesen, dass es hier Kleintierwallfahrten gab. Der heilige Veit ist ja der Schutzpatron der Kleintiere, daher der Konnex. Und hier befindet sich hinter dem Altar ein Hühnerstall, wo man ein mitgebrachtes Huhn für den Pfarrer abgeben konnte, um einen schützenden Segen zu bekommen. Nun so ging es eben auch! Aber viel wichtiger ist, dass die Kirche mit seiner kostbaren Ausstattung dank einer privaten Initiative gerettet wurde. Immerhin war der Bau unter Josef II für den Abriss bestimmt.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wie ihr seht, waren die Fotoprofis wieder mit dem Bock auf Entdeckungsfahrt. Uff und Gott sei Dank waren in der Kirchen nur Hühner erwünscht. Schöne Bescherung, wenn die auch einen Bock genommen hätten!

Die Fotoprofis

2 Gedanken zu „Die Kleintierwallfahrt mit dem Bock

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s