Die Ukraine liegt nicht gleich um die Ecke

Bei Touratech Slowakei

Wie weit es wirklich ist, haben wir mit den Motorrädern erfahren! Letzten Freitag war es so weit. Die Big Enduros ließen die  Motoren an und starteten von  Touratech Baden aus. In Strasshof war die Truppe dann vollständig – 10 Maschinen am Start und eine Sozia (ich) quasi im Gepäck. Im Cafe Geier gab es noch ein ausgiebiges Frühstück und der Chef höchst persönlich war so begeistert von unserm Vorhaben in die Ukraine zu fahren, dass er uns gleich einen Gugelhupf mit auf die Reise gab. Mit seiner Frage nach unserem „Motorrad-Gang-Namen“ hat er uns auf die Idee gebracht,  dass wir uns einen Namen zulegen sollten. Könnte ja sein, dass die Fan-Gemeinde größer wird! Wir wollten darüber nachdenken.

Eine lange Fahrt in der Slowakei stand am ersten Tag bis Poprad bevor. Am Samstag machten wir noch einen Abstecher zum Tag der offenen Tür bei Touratech. Die Kaffeepause war uns willkommen. Der Gugelhupf musste auch weg. Wer weiß, wie lange er im Topcase bei Manfred heil geblieben wäre oder vielleicht hätten wir ihn gar an der Grenze abgeben müssen.

Nach weiteren drei Stunden und einer Pipi-Pause erreichten wir die Grenze. Unsere Papiere und sämtliche Nummern auf den Maschinen wurden genau geprüft und da wir keinen Stoff oder Narkotika bei uns hatten, waren die Formalitäten ca. in einer Stunde erledigt. Hurra wir waren in der Ukraine angekommen und die Straßen waren gleich um Klassen schlechter. Der Schlagloch-Parcours durch kleine Dörfer war eröffnet. So höppelten wir dahin bis wir eine schöner ausgebaute Straße erreichten. Die Passage war nur mit Reisepasskontrolle möglich, dann ging der Schranken auf. Diese schöne Fahrbahn endete dann wieder in einem Baustellen-Parcours mit Staus. Eine Pause war nötig und die Maschinen brauchten Sprit. So hielten wir bei einer Tankstelle mit lässigem Naturklo hinter der Mauer einer verfallenden Industrieleiche. Gut, dass ich Klopapier eingesteckt hatte. Ein Schulbus machte auch an der Tankstelle Pause. Posing auf dem Motorrad war für die Kinder und Lehrerinnen scheinbar toll und natürlich wurde alles gleich mit dem neuen Handy gepostet.

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Unser Fritz erkundigte sich zwischenzeitlich beim Tankwart nach dem Weg, denn die offizielle Verbindungsstraße von da wo wir waren nach Dolyna führte um den Bergrücken herum. Es musste eine Quer-Feld-ein Lösung geben? Der Tankwart – ein findiger ortskundiger Navigator – kannte einen Weg, den wir auch einschlugen. Ich sag nur: viel Staub, viele Schlaglöcher, viele Tiere auf der Straße, unbeleuchtete Radfahrer und viele winkende Kinder! Fahrtechnisch war das in etwa das, was wir erwartet hatten. Eine  Stunde Zeitverschiebung, das hatten wir nicht bedacht und plötzlich war es finster. Alles ganz easy wir waren irgendwie alle in einem Happy-Modus. Gegen 22:00 rauschten wir in der Motorradgarage „alias normalerweise Partyraum oder Disco“ im Hotel ein. Die Verständigung war schwierig, aber wir bekamen alle ein Zimmer. Die Zimmerverteilung erfolgte scheinbar proportional zur Körpergröße. Je kleiner, umso größer das Zimmer! Milan wohnte daher alleine in der mehrzimmerige Mega-Suite mit Himmelbett und Verena bekam gemeinsam mit Karl das „Kinderzimmer“ mit getrennten Betten.

Nach dem Verzehr der üppigen Grillplatten und einigen Bierchen wurde von Tomaso unser neuer „Gruppen-Name“ verlautbart. Alle anwesenden waren gespannt. Alle Fahrerinnen und Fahrer lieben Schotterstrassen und daher sind wir jetzt die Bikertruppe MAD(E) FOR SCHOTTER. Cool, was!

Am nächsten Tag wollten wir einige Tracks probieren. So landeten wir, nachdem wir einen Schranken seitlich umfahren hatten, auf einer wunderschönen Anhöhe irgendwo in der Ukraine. Der zweite Track war zu schwierig, daher kehrten wir um. Während wir zusammenwarteten, durften die neugierigen Kinder, die herangeeilt kamen, auf dem Motorrad „alias Bock“ sitzen. Und schon ging es weiter in Richtung rumänische Grenze, die wir gegen 19:30 erreichten.

Vorher mussten wir jedoch den unschudigen Horst noch aus den Fängen der korrupten Polizei retten, die ihm 0,4 Promille anhängen wollte. Sauerei, die „Schotter-Biker“ fahren sicher nicht alkoholisiert, das ist klar. Unser Fritz blätterte EUR 200 als unprotokolliertes Lösegeld hin. Ganz rasch machten wir uns aus dem Staub, bevor den Ukrainischen Poli-Clowns noch was anderes einfallen könnte. Das war eine reine Touristenabzocke. Ob sie damit dem Land was Gutes tun?

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Das Fazit zu unserem kleinen Ausflug in die Ukraine: die Ukraine liegt nicht gleich hinter unserer Haustür. Die Leute (bis auf die Polizei) sind freundlich und hilfsbereit. Das Land ist sehr ursprünglich, sehr schön und riesig groß. Warum nicht wieder kommen?

Aber jetzt geht´s nach Rumänien.

6 Gedanken zu „Die Ukraine liegt nicht gleich um die Ecke

  1. Fritz

    Liebe Annemarie, schön, das du die Reise so toll dokumentierst. Da bleibe ich auf dem Laufenden, obwohl ich leider nicht mehr dabei sein kann. Freu mich auf die Fortsetzung. (da brauch ich nichts zu erklären, sondern schick den Link einfach meiner Frau nach Irkutzk oder Ulaan Baatar nach 🙂 )
    Alles Gute für die weitere Reise!
    Fritz

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    1. Sozia on Tour Autor

      Hallo Fritz, ja schade, dass du nicht mehr dabei bist. Wir haben echt anstrengende lange Fahrtage, daher komm ich kaum zum Blog-schreiben. Also noch ein bisschen Geduld fuer die naechsten Geschichten. Wir wuenschen dir alles Gute fuer die OP. Ami & Pi

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