Die Früchte vom Erdbeerbaum

Costa Smeralda

Der letzte Urlaubstag kommt immer zu schnell daher. So auch jetzt in Sardinien. Die Fähre war für den Sonntagabend ab Olbia gebucht. Also hatten wir wenigstens noch einen ganzen Tag für Abenteuer. Die Wolken hingen morgens noch tief vom Supramonte herunter ins Agriturismo. Laut Wetterprognose, sollte sich das im Laufe des Tages rasch ändern, vor allem im Norden der Insel. Das Auto war schnell gepackt und der Bock am Anhänger festgeschnallt.

In Olbia hatten wir uns einen Parkplatz gemietet, wo die Fuhre bewacht, den ganzen Tag herumstehen konnte. Das war uns wichtig. Und dann wurde der Bock nochmals frei gelassen. Entlang der Costa Smeralda fuhren wir an einer der schönsten Küsten in Richtung Norden. In Porto Cervo meldete sich langsam der kleine Hunger. Das Cafe-Restaurant am Hafen mit seinen Köstlichkeiten kam grade recht. Gab es bei der traditionellen Sardischen Küche ganze Woche keinen Fisch, so konnten wir hier an der Küsten noch einmal so richtig zuschlagen. Ganz speziell waren die Tortellini mit Branzinofülle und schwarzer Sepiasauce. Genug gefuttert!

Ein paar Kurven gingen sich noch aus. Bis S.Teresa Gallura, das sollte wir noch schaffen. Von dort kann man schon nach Korsika rüber schauen. Das Schild S. Teresa Locanda passt sicher. „Oh cool, eine Schotterpiste, sicher haben wir da eine Abkürzung erwischt, aber das macht nichts! Noch ein bisschen off-raoad macht Spaß.“ Ausgewaschene Felsformationen und der landestypische Corbezzolo säumten unseren Weg.

Alessandro Marzi hatte uns schon vor ein paar Tagen auf den Erdbeerbaum aufmerksam gemachte. Wir wären nie auf die Idee gekommen, die Früchte zu essen, könnten ja giftig sein, so wie die aussehen. Die roten Beeren sind aber richtige Energiespender, erklärte uns der sportliche Enduro-Spezialist. Die Früchte reifen sehr langsam, daher sind während der Blütezeit von Oktober bis Dezember gleichzeitig die Blüten und rote oder orange Früchte am Baum. Weil er die Farben Italiens trägt – grün die Blätter, weiß die Blüten und rot die reifen Beeren, gilt der Corbezzolo als ein Nationalsymbol. Nicht verwunderlich, dass der Baum in der klassichen Litratur und im Wappen von Ancona auftaucht. Wieder was dazu gelernt! Wir haben wie Adam & Eva gekostet, schmeckten gut, leicht süsslich, verlockend.

Die Abzweigung zur Locanda war zwar falsch, trotzdem kamen wir irgendwie im richtigen S. Teresa Gallura an und haben Korsika gesehen. Was wir völlig vergessen hatten, dass es durch die Zeitumstellung um eine Stunde früher dunkel wurde. Noch eine kleine Nachtfahrt zurück nach Olbia, wo dann die Vertreibung aus dem Kurvenparadies Sardinien in Richtung Fähre und Festland begann. Vielleicht hätten wir besser keine Früchte vom Erdbeerbaum essen sollen?

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