Cevennen

Pässemarathon 2021

Die Cevennen sind ein Zentralmassiv im südlichen Frankreich, das aus Kalkstein und Mergel besteht und das von vielen Schluchten durchzogen ist. Hochplateaus , die bis zu 1.500 m erreichen können, fallen in tiefe Schluchten ab, die von Flüssen über Jahrtausende eingegraben wurden.

Wenn man sich oben auf den Ebenen befindet, sieht man, so weit das Auge reicht, eine hügelige Landschaft. Die Canyons sind auf den ersten Blick nicht gleich erkennbar. Aber dann geht es tief hinunter. Nur auf wenigen Kilometern falten sich die Straßenbänder mit krassen Haarnadelkurven mit einem Gefälle von 12, 15, 20 % zur Talsohle hinunter, um auf der anderen Seite wieder hoch zu klettern. In den kleinen Dörfer, die bis auf das Mittelalter zurück gehen, sitzen mit Schiefer gedeckten Steinhäuschen. Gelegentlich tauchen kleine Schlösser auf, die meist in Privatbesitz sind oder als Hotel genutzt werden. Es sieht aus wie aus dem Märchenbuch, dass es solche Szenerien wirklich gibt, ist kaum zu glauben.  

Wälder, Weiden und landwirtschaftliche Flächen werden dem kargen Boden abgerungen. Wo es saftiger ist weiden die Kühe. Jetzt weiß ich wo die Mich für den köstlichen „La Vache qui rire“ her kommt. Ich hab die lächelnde Kuh in der Tat gesehen! Sehr interessant sind niedrig angebrachten Verkehrszeichen für die Schafe. Genau kann ich es zwar nicht sagen, aber so fast auf deren Augenhöhe montiert, halten sich die Tiere vielleicht besser an die möglichen Übergänge (Kleiner Scherz am Rande!). Genügsame Ziegen grasen auf den kargeren Flächen und grinsen interessiert in die Kamera. Käse aus jeglicher Milch ist ein Hauptnahrungsmittel für die Franzosen. Wie viel aus der Cevennen-Region in die Gesamtproduktion an französischem Käse einfliessen weiß ich nicht, aber auf alle Fälle gibt es regional zahlreiche Käserein und Käsegeschäfte. Pferde geben zwar keine Milch für Käse, trotzdem dürften sie ein lukratives Geschäft für die Bauern sein. Derzeit ist Kastanienzeit und an allen Ecken werden köstliche Kastanienspezereien angeboten. Kastanien und Haselnüsse gehören zu den regionalen Spezialitäten. 

Offensichtlich war Obelix auch in Okzitanien und hat hier ein paar Hinkelsteine vergessen. In der Nähe von Col de Montmirat liegen in der Landschaft verstreut einige Menhire, als Zeugnis einer frühen Besiedelung. 

Ja, wir sind ja hier her gekommen, um die Pässe für den Pässemarathon abzuklappern. So manche Anhöhe ist völlig unspektakulär. Fast fährt man vorbei, ohne Notiz davon zu nehmen. 11 Zielpunkte haben wir abgehackt. Da in unserem Quartier in Saint-Chely-du-Tarn das Internet und das Handynetz so gut wie gar nicht funktionierte, musste ich so manches Foto für den Blog unterwegs hochladen. Bei zwei Pässen war auch die Wasserscheide zwischen Atlantik und Mittelmeer angegeben. Spannend, dass eine Linie das markieren kann. Nun, der Herbst legt auch in den Cevennen sein buntes Farbenkleid an. Die Nächte werden kühler, aber nicht nur die Nächte, auch auf den Anhöhen fegte uns der Wind tagsüber manchmal ganz schön um die Ohren. 

Col de la Serreyrede, 1.030 m, 13:16 Uhr, 19 Grad

Col du Mont Aigoul, 1.567 m, 13:31 Uhr, 7,5 Grad und der Sturm fegte mir fast das Handy aus der Hand

Col de Perjuret, 1.031 m, 13:49 Uhr, 21 Grad

Dahinfegen, kann hier aber nicht nur der Wind, auch die Möchtegern-Rennfahrer haben mit der Corniche de Cevennen eine – zwar nicht legale – Rennstrecke. Von Saint-Jean-du-Gard bis Florac sind es an die 67 km, die hier am Wochenende in beiden Richtungen für das speedige Vergnügen genutzt werden. Ist ja auch super zu fahren, weit einsichtige langgezogenen Kurven, super Straßenbelag, das verlockte auch den Bock-Chef ein bisschen auf´s Tempo zu drücken. Die Straßen in den Cevennen ziehen sich wie ein Spinnennetz über die ganze Region. Es ist für jeden was dabei, kleine schmale Straßen, etwas gefälligere breitere Hauptadern, alle sind in sehr gepflegten Zustand und es ist kaum ein Kilometer gerade. Ich versteh jetzt den Kollegen Roadrunner, den wir in Deutschland bei der Pässemarathon-Tour getroffen haben, wenn er sagt, er liebt dieses Gebiet. Es ist wirklich ein Paradies zum Motorradfahren, Kultur zu genießen und zu schlemmen.

Fotos hochladen für den Blog 🙂

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Ein Gedanke zu „Cevennen

  1. Kratschmer Elisabeth

    Fein das es für Pi so viele schöne Kurven rauf und runter zu fahren gibt. Es muss wohl so sein, sonst wären es ja nicht soviel Pässe! Landschaftlich fantastisch – ebenfalls die Kulinarik! – Und die immer wieder auftauchende kulturellen Stätten sind wohl auch interessant!
    Ich wünsche Euch weiterhin viel Sonnenschein – auch wenn es manchmal schon kühler ist – und gute Fahrt!

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