Unaufgeregt und natürlich

Die ersten beiden Reisetage sind vorbei und ich grüble nach, was ich berichten könnte. Nicht, dass wir nichts erlebt hätten, aber irgendwie war alles sehr unaufgeregt, so ein richtiges in den Urlaub hineingleiten.

Es begann schon mit einem verspäteten Start in der Homebase, da immer wieder ein paar Gewitterwolken ihre Wassermassen bei uns abregneten. Um 11 Uhr war der Himmel dann endlich vielversprechender und wir meanderten entlang der Donau in Richtung Grein, Kefermarkt, Bad Leonfelden zum Lipno Stausee nahe der tschechisch-österreichischen Grenze, wo wir knapp die kleine Fähre verpassten. 45 Minuten auf´s Wasser schauen, am Ufer stehen oder auf und ab gehen, ein beruhigendes Programm zum Zeit vertreiben. Das Verkehrsaufkommen war sehr überschaubar. Vorerst waren nämlich nur wir an der Anlegestelle. Bald gesellte sich ein sympathisches holländisches Ehepaar mit einem entzückenden jungen Hund dazu. Besonders beeindruckt hat uns deren Reisegefährt ein schicker roter Volvo-Oldtimer mit Rooftop-Zelt. Wir wurden auf einen Kaffee aus deren Picknick-Korb eingeladen und es ergab sich eine interessante kurzweilige Reiseplauderei. Und fast pünktlich holte uns die Fähre ab und brachte uns ans andere Ufer. Zum Abschied wurde kurz gehupt, gewunken und schon war der rote Flitzer weg.

Ziemlich alleine kurvten wir mit dem Bock auf kleinen Straßen durch die tschechischen Wälder. Die Luft war rein, da es in den letzten Tagen hier anscheinend viel geregnet hatte. Kleine Bäche rauschten mit einer rotbraunen Wasserbrühe vorbei. Nasse Blätter am Asphalt, ausgewaschenes Bankett und gelegentlich schlammige Stellen auf der Straße mahnten zur Vorsicht. Aber es war Natur pur, gelegentlich ein kleiner Ort, viel Grün und ein grau verhangener Wolkenhimmel. Der ambitionierte Versuch vom Bockchef einen von Meister Garmin vorgeschlagenen Weg quer durch den Nationalpark zu nehmen, mündete in einer Nationalpark-Umfahrung wegen einer massiven Fahrverbotstafel! Bei so viel Grün konnte man nur tiefenentspannt bleiben, Unwetterwarnung hin oder her. Das Quartier in Rejstejn war ja nicht mehr weit. Mit Tempo überholten wir knapp die Regenwolken und kamen gerade noch rechtzeitig vor dem Weltuntergang-Szenario trocken an. Das Stiefelbier war bei dem Timing redlich verdient.

Strahlend blauer Himmel leuchtete mir entgegen, als ich die Rollos im Zimmer hoch zogen.

Etliche Kilometer, durch tschechisches Feld und Flur, waren bei Meister Garmin eingespeichert, um am Ende des Fahrtages quasi das Highlight der Tour zu erreichen – DIE MOTORRADHÖHLE. Ich hatte schon davon gelesen und einen Bericht gesehen. Die Höhle „Pekelné Doly“ gehört einem Motorradclub. In den Felsen gehauen befindet sich im Inneren ein überschaubares Straßennetz, Bars und witzige Szenerien, wie in einer Geisterbahn, ein einmaliges Ambiente.

Das ist natürlich der perfekte Platz, um den ersten eigenen Sticker zu verkleben. Es gibt zukünftig keine Reise mehr ohne unseren eigenen Sticker! Wo auch immer ein Pickerl geklebt werden darf, wir sind dabei.

Ach, jetzt war ich ganz im Höhlen und Sticker-Rausch und hätte dabei fast darauf vergessen, euch die wunderschönen Holzhäuser zu zeigen.

Und Bier gab´s auch heute reichlich in der lokalen Brauerei, die auch gleichzeitig die Herberge ist.

Schon wieder 2 Bier

3 Gedanken zu „Unaufgeregt und natürlich

  1. Frans & Anja Boeijen

    It was a pleasure to meet you both at the (very small) ferry! Good to see/read your trip is a success! We are at home now and enjoyed our trip very much. Kind regards from Frans & Anja, and our dog Nolah (the „rote Flitzer“ is also safe at home 🙂

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    1. Sozia on Tour Autor

      Hello! That´s nice to hear/read from you. Fine, that you had a interesting trip back home. Sorry for the delay of our answer, but we were bussy after our return to Austria an now we ar prepairing our greater tour, which will start on August 15th.We hope, that you follow our next. adventures. So we meet again on the blog. kind regards Ami & Pi (Annemarie & Stefan)

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