Elbsandsteingebirge

Schon bei der Hinfahrt nach Berlin sahen wir in der Sächsischen Schweiz einige dieser Steinriesen des Elbsandsteingebirges. Die Felsen steigen wirklich direkt am Elbeufer an die 190 m hoch und erreichen im Hinterland an die 300 m.

Das touristische Highlight der Region ist unbestritten die Bastei, eine Felsformation, die mit Brücken verbunden ist. Sie liegt in dem Dreieck der Gemeinden Lohmen, Rathen und Wehlen. Der Name Bastei weist auf die Einbeziehung der Felsen in den Verteidigungsring der mittelalterlichen Felsenburg Neurathen hin. Rekonstruktionen und Modelle zeigen die Burganlage. Über Stege und Brücken kann man über Abgründen zwischen den Sandsteinriesen herum gehen, ein schwindelerregendes Erlebnis, sofern man nicht schwindelfrei ist. Ich habe es mutig probiert. Gott sei Dank hat es zu regnen begonnen, so dass wir es vorzogen im „Restaurant zum schönen Ausblick“ einen Kaffee zu trinken. Mit Ausblick war natürlich nichts, weil die Regenwolken tief hingen und der Nebel einfiel.

Von der Mystik der Landschaft wurden seit jeher Maler und Schriftsteller inspiriert. In dem Zusammenhang fällt mir sofort Caspar David Friedrich (1774-1840) ein, einer der bedeutendsten deutschen Maler der Romantik.

Caspar David Friedrich, Felsenschlucht, 1822/23 (Foto Archiv Wikimedia Commons)

Mit dem Motorrad wagten wir dann den Abstieg von der Bastei nach Rathen zur Fähre. Natürlich fuhren wir auf der Straße und nicht über den Wandersteig mit seinen über 400 Stufen. Rathen erwies sich für motorisierte Fahrzeuge als Sackgasse. Keine weiterführende Straße nach links oder rechts der Elbe entlang und die Fähre war nur für Personen und Fahrräder. Nix mit übersetzen ans andere Ufer! Da hatte sich Meister Garmin wohl geirrt!

Raddampfer an der Elbe bei Rathen

Nach einem kleinen Umweg erreichten wir die Festung Königstein am anderen Elbe Ufer. Das 9,5 Hektar große Felsplateau, erhebt sich 240 Meter über die Elbe und zeugt mit über 50 teilweise 400 Jahre alten Bauten vom militärischen und zivilen Leben auf der Festung. Der Wallgang der Festung ist 1800 Meter lang und hat bis zu 42 Meter hohe Mauern und Sandstein-Steilwände. Die Festung ist die größte Bergfestung in Europa.

Beim Rundgang im Festungsareal stößt man immer wieder auf die „Lieblingsplätze“ von Bewohnern oder Gästen der Festung Königstein. Die Geschichte vom Zobels Eck hat mir besonders gefallen.
Also der Überlieferung nach saß hier oft der Artillerist Johann Christian Zobel (1685-1754) und strickte lange Wollstrümpfe. Zobel war seit spätestens 1723 Kanonier auf der Festung und bewachte diesen Wallabschnitt. Dies war in Friedenszeiten offenbar sehr ereignisarm: Zobel ging seiner Handarbeit nach und erwarb sich damit ein kleines Nebeneinkommen. Als Witwer hatte er mehrere Kinder zu versorgen. Bis heute trägt diese Ecke des Wallgrabens seinen Namen.

Festung Königstein – Zobels Eck

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