Entlang der Donau nach Ruse

Nachdem wir in Bulgarien süd-westlich angekommen waren, war der Plan von Svoge aus über den Wraza-Pass nach Milanovo, dann Richtung Zagrazjiden an die Donau zu fahren und von dort weiter nach Ruse.

Neben dem unerfreulichen Regen, der uns an den zwei Fahrtagen zwei Mal erwischte und den wir in verschiedenen Autobushäuschen absassen, gab es wieder eine schöne Reisebegegnung. Irgendwo im Nirgendwo (da war wirklich nur das eine Häuschen) hielten wir bei einem kleinen Mini Market, um einen Kaffee zu trinken. Ein Mann hielt am Straßenrand mit seinem Auto. Grundsätzlich sei er auch Motorradfahrer in Österreich. Er ist zwar Bulgare und verbringt seinen Urlaub da, aber leben tut er in Linz. Er hat sich so gefreut ein Österreichisches Motorrad in Bulgarien zu sehen, daher wollte er einfach nur „Hallo“ sagen. Dann fuhr er auch schon wieder weiter. Das Treiben in dem kleinen Markt war lustig. Ein ständiges Kommen und Gehen. Es gab richtige gute Köstlichkeiten, viele hausgemachte Marmeladen, Honig, Brot, frische Würste, selbst eingelegtes Gemüse. Nur die Getränke und Naschereien waren in den üblichen Supermarkt-Verpackungen. Ein Mann, der aussah wie ein Wurzelsepp, schlurfte mit seinem PC unter dem Arm auf einem matschigen Feldweg daher. Scheinbar war hier das einzige WLAN weit und breit. Der Mini Market ist dort wirklich der Hotspot. Hoffentlich entdeckt das beschauliche Plätzchen nicht Billa & Co. Das wäre schade.

Bevor wir in Ruse über die Donaubrücke nach Rumänien einreisten, machten wir noch einen Abstecher zu einem Felsenkloster einige Kilometer ausserhalb der Stadt. Die Landschaft ist interessant. Man fährt quasi auf einem Hochplateau eben dahin und plötzlich öffnet sich eine Schluchten, die von der Ferne nicht zu sehen ist.

Das Basarbowski-Kloster* – das Kloster des Heiligen Dimitar Basarbowski – ist ein bulgarisch-orthodoxes Höhlenkloster in der Nahe der Stadt Ruse im Nordosten Bulgariens. Es liegt etwa 35 Meter über dem Fluss Rusenski Lom südlich der Donau. Obwohl wahrend des Zweiten Bulgarischen Reiches gegrundet, stammt die alteste schriftliche Erwahnung des Klosters aus dem 15. Jahrhundert in einem osmanischen Steuerregister. Das Kloster wurde im 17. Jahrhundert nach dem Tod des heiligen Dimitar Basarbovski durch Aufzeichnungen in dem Buch „Istoriya Slavyanobolgarskaya“. Der heilige Dimitar Basarbovski war ein Hirte und fuhrte ein asketisches Leben in den Felsen des Klosters. Er starb 1685. Er wurde in der Dorfkirche beigesetzt, aber wahrend des russisch-türkischen Krieges von 1768-1774 sollten seine Reliquien, nach Russland gebracht werden. Die Reiseroute der Gebeine führte durch das damals schwer von der Pest geplagte Rumänien. Der Legende nach starben keine Menschen mehr an der Pest, als die Reliquien des Heiligen in Bukarest eintrafen. Die Bewohner der Stadt baten den mit dem Transport beauftragten General, die Leiche des Heiligen in Bukarest zu lassen, wo sie in der St.-Konstantin- und Elena-Kirche heute noch aufbewahrt werden. 1937 begann Pater Hrisant das Kloster Basarowski wieder zu beleben. Der heilige Dimtri ist der Schutzpartron. Neben den Felsenkirchen gibt es noch die Wohnhäuser und eine neue orthodoxe Kirche am Fusse der Felsen. Es ist das einzige aktive Höhlenkloster in Bulgariens. 1978 wurde es zum historischen Wahrzeichen uns seither ist es ein beliebtes Ausflugsziel.

Natürlich wollten wir an Ruse nicht einfach so vorbei fahren. Ein Spaziergang ging sich schon aus, um das K&K-Flair zu schnuppern. Bei der Gelegenheit ergab es sich, dass ich einen bulgarischen Humana-Laden stürmen konnte, quasi Betriebsspionage. Die haben viele tolle Brands und Markenkleidung. Auch das Geschäft war sehr schick und in bester Lage in der Stadt. Bis Bukarest wollten wir es noch schaffen, daher ging es wieder rauf auf den Bock und über die Donaubrücke nach Rumänien.

Wer zum Bier des Tages möchte muss hier klicken.

* Teile des Textes stammen von https://de.wikibrief.org/wiki/Basarbovo_Monastery .

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