Die Eisbären und der Apfel-Deal

Wir erwarteten in Oradea einen Autobus voll Leute und eine Horde von MotorradfahrerInnen, also mussten wir uns sputen, auch rechtzeitig dort hin zu kommen. Das Team Bildende Kunst und das Team Motorrad vom Freizeit- und Sportverein Erste Bank begibt sich nämlich wieder gemeinsam auf Reisen.

Die Eisbären fahren mit
Etappe 1 – Iasi bis Reghin: Das war nicht mit den Wetterfröschen ausgemacht. Der Fahrtwind war von 37 Grad auf 11 Grad gesunken. Zuerst waren wir Schweiss gebadet von innen und dann waschelnass von aussen durch den Regen. Sorry, da gibt es auch keine Fotos. Das ist zu viel Gewurschtel mit den Regenhandschuhen das Handy  unter der Regenjacke raus zu fischen. 

Der Apfel-Deal
Etappe 2 Reghin bis Oradea: Vielleicht geht da wieder was! Und in der Tat, der Himmel war bereits in der Früh vielversprechend. Aber bevor es los ging musste noch die Hotelrechnung beglichen werden. Ups, da musste ein Fehler passiert sein. Die Dame an der Rezeption hatte einen höheren Preis verrechnet. Nach einem hin und her auf Italienisch, war klar, da gibt es keine Geld retour. Kein Bares in der Kassa, der Manager nicht da, die Rücküberweisung zu kompliziert. Aber einfach so konnten wir das nicht hinnehmen, auch wenn es keine böse Absicht war und umgerechnet nur um € 10,00 ging. Da kam mir die glorreiche Idee, dass wir auch zwei Äpfel nehmen würde. Wir haben Äpfel gerne als Proviant beim Motorrad fahren im Gepäck. Verblüfft und sichtlich erleichtert verschwand die nette Dame in der Küche und kam mit einem Sack voll Äpfel zurück. Auch wenn es ein bisschen viele Äpfel waren, wir nahmen die Äpfel dankend an und packten sie in die neue Tasche. Dann konnte es schon weiter gehen in Richtung Oradea.

Auf dieser Etappe wollten wir noch einen Stopp in Rimetea in der Region Alba einlegen. Hier wurde ein komplettes Dorfensemble zum Weltkulturerbe erklärt. Der Ort liegt malerisch in einem von Felsen umschlossenen Tal. Rimetea ist eine der schönsten ländlichen Attraktionen in Rumänien. Außerdem ist es das erste Dorf des Landes, das den Europa-Nostra -Preis für die Erhaltung seines architektonischen Erbes erhalten hat. Seine einzigartigen weißen Häuser mit dunkelgrünen Fensterläden sind der Kern dieses Erbes, das von einem ungarischen kulturellen Einflüssen geprägt ist.

Das Dorf Rimetea wurde erstmals in einem schriftlichen Dokument aus dem 13. Jahrhundert erwähnt. Jahrhundertelang war es wegen der reichen Eisenvorkommen ein wichtiges Bergbau- und Schmiedezentrum. Trotz seines Wohlstands blieb Rimetea ein ländlicher Ort mit einer typischen mittelalterlichen Struktur der Parzellenorganisation und Landnutzung . Noch heute ist diese Struktur fast intakt, ebenso wie die homogene Gruppe weißer Häuser, die den zentralen Platz umgeben. Dieser architektonische Stil, der nur in Rimetea und teilweise in Coltesti zu finden ist, spiegelt die Identität der wohlhabenden Einheimischen aus dem 19. Jahrhundert wider. Das älteste Gebäude stammt aus den 1820er Jahren, aber viele wurden nach dem Brand von 1870 im gleichen Stil wieder aufgebaut.

Diese Häuser sind solide Steinkonstruktionen und haben getünchte Fassaden und schöne Stuckdekorationen um die grünen Fensterläden herum. Die gleichen dunkelgrünen Farben sind die mit lebhaften Blumen geschmückten Innenmöbel, eines der wichtigsten ethnografischen Merkmale. Mehr als die Hälfte der 300 Häuser des Dorfes bewahrt diese spezifische Architektur, die mit Unterstützung der Transylvania Trust Foundation erhalten wurde .

Wir besuchten die orthodoxe Kirche am Dorfplatz, wo eben der Gottesdienst aus war. Vor der Kirche war alles für eine Agape gerichtet. Jeder Kirchenbesucher musste Essen mitnehmen. Scheinbar sahen wir so ausgehungert aus, dass wir gleich fünf Stück Kuchen und zwei Semmeln bekamen. Eine Weigerung wurde nicht akzeptiert, also nahmen wir die Gaben höflich an. Der Kuchen hat uns wirklich gut geschmeckt und die Semmeln aßen wir zur Suppe, die wir in einem kleinen Restaurant bestellten.

Im Ethnografischen Museum erfuhren wir einiges über die Geschichte und den Wohlstand des Dorfes, wie schon oben erwähnt.

Wer zum Bier des Tages möchte muss hier klicken.

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