Schauen wir Mal

Wir machten uns wieder auf den Weg. Die paar Tage, die wir für Armenien eingeplant hatten, wollten wir gut nutzen. Das Wetter spielte auch fein mit. Drei beindruckende Ziele hatten wir uns für den Tag vorgenommen.

Wie schon gesagt, befand sich unser Gästehaus am Stadtrand, was die Anreise zum Tempel Garni und zum Felsenkloster Geghard leichter machte. Wir meanderten auf einer relativ neuen Straße in die karge hügelige Landschaft hinaus. Die Hoffnung den Ararat in seiner vollen Erscheinung zu sehen fuhr mit. Immer wieder riskierte ich einen Blick nach hinten in die Richtung, wo er sein sollte. Und da plötzlich ein Hauch von einem Schneefeld an der Südostflanke. Natürlich fuhr der Bock-Chef zügig weiter, die Kurven waren einfach zu schnittig, um stehen zu bleiben. Ausserdem versprach er mir, dass es später noch genügend Möglichkeiten geben würde den Berg zu sehen.

OK, dann eben weiter zum Tempel Garni. Der griechisch-römische Tempel befindet sich am Rande einer natürlichen Erhebung über den Azad-Canyon. Er wurde 1909–1910 ausgegraben. Es wird vermutet, dass der Tempel vom armenischen König Tiridates I. erbaut wurde, wahrscheinlich mit Geld, das er von Kaiser Nero während seines Besuchs in Rom erhalten hatte. Verfolgt man diese These, so könnte der Anlass für den Bau die Eingliederung Armeniens als Provinz in das Römische Reich 115 n.Chr. gewesen sein. 24 Ionische Säulen tragen das Gebälk. Der Bau ist zum Unterschied zu anderen römischen Tempeln aus Basalt gebaut, der im Canyon unterhalb derAnlage zu finden ist. Der Großteil der Steine verblieb nach dem Erdbeben von 1679 an Ort und Stelle, was den Wiederaufbau (1969-1975) erleichterte. Nach der Christianisierung Armeniens wurde eine Rundkirche neben dem Tempel errichtet, deren Ruinen noch gut zu sehen sind. Garni ist ein schönes Plätzchen in einer wunderschönen Gegend. Eine Frage bleibt für mich offen. Heute bei der gut ausgebauten Straße kommt man fein dort hin. Wie mag das wohl damals gewesen sein?

Wir drangen weiter in das Azad-Tal vor, um zum Kloster Geghard zu kommen. Dieser Klosterkomplex ist direkt an einer Felswand. Mehrere Kirchen sind dort in den Felsen gehauen. Was hier besonders hervorsticht, dass die Kirchen jeweils eine quadratische Vorhalle (Gawit) besitzen. Das ist ein typisches Merkmal für die mittelalterliche armenische Architektur. Das Kloster wurde zwar schon im 4. Jahrhundert n.Chr. gegründet. Im 9. Jahrhundert zerstörten es die Araber. 1215 begann der Neuaufbau und 1679 richtete ein Erdbeben großen Schaden an. Danach war das Kloster bis zur russischen Eroberung Armeniens verlassen. Was hier wirklich besonders ist, dass die Säulen und alles direkt aus dem Felsen geschlagen ist. Die Stalaktiten-Struktur in den Kuppeln wurde wahrscheinlich aus der islamischen Architektur übernommen. Was bei all den Kirchen und Klöstern zu finden ist, sind Gedenksteine, sogenannte Chatschkare. Diese Steinplatten oder Felsritzungen sind meist mit einem Kreuz und reichen ornamentalen Schnitzwerk versehen. Sie stellen eines der zentrale kulturellen Symbole der Armenier dar.

Am Rückweg oder besser auf der Weiterfahrt vom Kloster kamen wir zum Ararat Vista Point. Daher diese Sicherheit vom Bock-Chef, dass es einen guten Blick auf den Berg noch geben wird. Dann schauen wir mal! Hahaha!

Das war wohl nix!

Dann halt weiter am alten Sewan-Highway zum Sewan-See. Dort steht die Klosteranlage Sewanawank auf einer Halbinsel. Ursprünglich war die Anlage auf einer Insel. Zu Sowjetzeiten wurde der Wasserspiegel für Bewässerungsprojekte abgesenkt und seither kann man bequem zufahren. Das letze Stück klettert man über Stiegen rauf auf den Hügel zu den Kirchen. Belohnt wird man mit einem schönen Blick auf den See. Laut einer Inschrift wurde das Kloster 874 n. Chr. gegründet. Die Ordensregeln waren sehr streng. Mönche aus Etschmiadsin (ein Kloster nahe Zvartnots), die gesündigt hatten, wurden hierhin verfrachtet oder Adelige, die in Ungnade gefallen waren.

Langsam meldete sich der Hunger. Gut, dass wir nicht mehr weit zu unserem Quartier hatten, eine kleine Pension in einem nahe gelegenen Dorf. Die traditionellen georgischen Gerichte sollen dort phantastisch sein und das waren sie in der Tat. Wir haben sie so schnell runter gefuttert, dass es gar keine Fotos davon gibt.

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