Schon sehr orientalisch

Wir machen fleißig Kilometer und trotzdem sind wir noch immer in der Osttürkei. Das Land ist einfach riesig groß und übersäht mit Sehenswürdigkeiten. Diesmal haben wir uns den beindruckenden Ishak-Pascha-Palast bei Dogubeyazid vorgenommen.

Der Palast, türkisch Sarayi, stammt aus der osmanischen Zeit. Er wurde 1685 begonnen und 1785 von Ishak Pascha fertig gestellt. Der Verwaltungskomplex umfasst zwei Höfe, die Räume für die Wachen, Amtsräume, Wirtschaftsgebäude, eine Moschee und Privatgemächer sowie einen Harem. Der Baustil ist natürlich aufgrund der langen Bauzeit nicht einheitlich, ausserdem wurde der Palast mehrmals beschädigt. Auch wenn der Komplex vom Stil her nicht gerade in der osmanischen Tradition steht, ist er einer der wenigen erhaltenen türkischen Paläste. Das Dekor ist ornamental gehalten mit floralen Rankwerk und erinnert an iranische und orientalische Baustile. Aber auch westliche Barock-Rokoko-Elemente, die damals beliebt waren, sind zu finden.

Modern war die Zentralheizung, die über Rohre mit Warmwasser gespeist wurde. Noch eine Besonderheit, die ich so noch nirgends gesehen/gelesen hatte, im ersten Hof ist ein Wandbrunnen mit zwei Auslässen. Ursprünglich floß aus dem einen Hahn Wasser und aus dem anderen Milch. Milch galt lange Zeit als Symbol für Wohlstand und es wurde ihr heilende Wirkung zu geschrieben. Meine Vermutung geht dahin, dass der barockisierenden Milch-Brunnen, der ursprünglich auch Spiegel in den Nischen gehabt haben soll, die Ankömmlinge im ersten Hof beeindrucken sollte. Einfach eine dekadente barocke Idee.

Der Harem im Sarayi war nicht besonders groß, wenn man zum Vergleich den Topkapi-Palast in Istanbul heranzieht. Der Ishak-Pascha-Palast verfügte ebenso über einen Garten für die Haremsdamen mit einem Wasserbecken, vielleicht ein Springbrunnen oder ein Seerosenteich. In der Beschreibung war nur von einem „Pool“ die Rede, was auch immer damit gemeint ist.

Was gab es noch in der Umgebung? Nahe des Palastes steigt eine steile Felswand hoch, die Teil einer Burgbefestigung war. Ein Stück weiter auf der Strasse ist die Ahmed-iHani Türbesi, das Grabmahl eines sehr verehrten kurdischen Gelehrten.

Und noch was! In Dogubeyazid machten wir Bekanntschaft mit Andrew, John & Deniz. Andrew & John sind auf einer gesponserten Charity-Tour mit dem Fahrrad unterwegs von London nach Melbourne. Deniz ist ihr Guide mit dem Begleitfahrzeug durch die Türkei. Bei der Fahrt geht es darum möglichst viel Geld für eine wohltätige Organisation in England zu sammeln, die pflegende Angehörige, speziell pflegende Kinder, unterstützt. Eine wirklich tolle sportliche Sache!

Wer zum Bier des Tages möchte muss hier klicken.

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2 Gedanken zu „Schon sehr orientalisch

  1. Elisabeth Kratschmer

    Ishak-Pascha-Palast – ein Juwel dieser Gegend welches man, wenn man in der Gegend ist, besichtigen sollte. Danke auch für die ausführliche Beschreibung! Weiter gute Fahrt in Richtung Heimat!

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