Schlagwort-Archive: Albanien

17. Tag: Sveti Stefan – Virpazar – Rjieka – Ljubotinj – Sveti Stefan

Eigentlich wäre heute ein Ruhetag am Meer oder am Pool angesagt. Mal sehen, ob es noch wärmer wird? Nicht wirklich heiß, es ist richtiges Ausflugswetter. Also rein in die Rüstung und rauf auf den Bock. Es geht entlang der Küste bis Petrovac in die 1000 Seelengemeinde Virpazar am Shkodra-See. Von hier aus kann man Bootstouren in das Naturschutzgebiet und zu den kleinen Klöstern im See machen. Auf einem Felsen erhebt sich ein Denkmal zu Ehren der Partisanen und einige Mauerreste, einer einst sehr bedeutenden Burg zur Verteidigung gegen die Türken zeugen vom ehemaligen  Glanz. Heute ist der kleine Ort ein beliebtes Ausflugsziel und Ausgangspunkt für Wanderer, Radfahrer und Fischer. Oder eben auch für Motorradfahrer. Im kleinen Hafen entdecken wir ein Piratenschiff, wo in der Kombüse fein aufgekocht wird. Gestärkt setzen wir unseren kleinen Ausflug fort. Eine kurvige Höppelstraße führt in die Berge hinauf, von wo man einen phantastischen Blick auf den See bis nach Albanien hat. Schon ein bisschen wehmütig schauen wir hinüber.

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Wieder zurück im Quartier in Sveti Stefan wage ich doch noch einen Sprung ins kalte Nass (Brrrr 20 Grad!).

14. Tag: Shkodra – Kruja – Lezha – Shkodra

Unser letzter Tag in Albanien und es regnet noch immer! Wenn wir ein Auto hätten, kämen wir trockenen Fußes zu so mancher Sehenswürdigkeit, die uns noch auf unserer Tour fehlt. Daher fragen wir im Hotel nach und die geben uns das „Hotelauto“. Papiere wollen sie keine sehen, klar der Bock bleibt ja eh als Pfand da. Der ist viel mehr wert, als die japanische Kutsche – das Personalauto. Den neuen Mercedes fährt die Hotelbesitzerin natürlich selber *grgrgr*:

Wir fahren auf der Schnellstraße inklusive der 7 Autobahnkilometer los in Richtung Lezha. Dort befindet sich das Mausoleum, oder besser die Ruhmeshalle von Skanderbeg dem Nationalhelden. Wir haben ja ein albanisches Kennzeichen, also können wir auch wie Albaner einfach abbiegen, dort wo wir glauben. Falsch geglaubt! Irgendwas war nicht ok, denn der Polizist an der Kreuzung hat ziemlich wild mit den Händen herumgefuchtelt und geschimpft wie ein Rohrspatz. Wurscht, wir haben´s eh nicht verstanden! Wir halten an der Einfahrt zum fast leeren Parkplatz vor dem Monument, der scheinbar aber gesperrt ist. Die Autos vor uns müssen umdrehen. Mit gebrochenem Italienisch erklären wir dem Parkplatzwächter, was wir da wollen und dürfen passieren, also es geht ja doch. Wir besuchen die Grablege Skanderbegs mit der Büste. Das Schwert und der Helm, sind hier symbolisch zu sehen, denn die Originale befinden sich in Wien in der Schatzkammer.

Weiter geht´s nach Kruja. Die mächtige Burganlage ist das Nationalheiligtum  der Albaner. Die Geschichte der mächtigen Burganlage reicht bis in die illyrische Zeit zurück. Der Großteil stammt jedoch aus dem 12. Jh, als Kruja das Herrschaftszentrum von Arbanon, dem ersten albanischen Fürstentum wurde. Vom noch erhaltenen Leuchtturm wurden Lichtsignale von Burg zu Burg geschickt. Bis zum Tod von Skanderbeg 1478 war die Burg ein uneinnehmbares Bollwerk gegen die immer wieder kehrenden Angriffe der Osmanen. Erst danach gelang es den Türken ganz Albanien zu besetzten und bis zum des  Ende  19. Jh. zu beherrschen. Ein paar Familien leben in bescheidenen Verhältnissen noch innerhalb der Burgmauern. Die kleine Basargasse vor der Burg darf natürlich bei einem Besuch von Kruja nicht fehlen. Es gibt wirklich authentisch Antikes und viel lokales Kunsthandwerk. Ein Besuch lohnt sich auf alle Fälle.

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Hinter der Stadt erhebt sich eine mächtige Gebirgskette. Eine neue schmale sehr kurvige Straße windet sich da auf ca. 1600 m hoch. Der Mali i Kruja – ein Bektash-Heiligtum und eine Grablege Sari Sallteks – einer mythologischen Gestalt.  Es gibt nämlich sieben Grabstellen und der Legende nach sollte er vom Mali i Kruja mit vier großen Schritten nach Korfu gesprungen sein. ….

Der Himmel hat sich in der Zwischenzeit geklärt. Vorbei an der Burg von Lezha, der größten Burg von Albanien. Jetzt fehlt noch die Burg Rozafa in Shkodra mit ihren riesigen drei Burghöfen. Wenn man die Anlage durchschreitet, wird einem klar wie schwierig es war, diese Festungen einzunehmen. Von da oben hat man einen unglaublichen Rundumblick in Richtung Berge, Meer, Shkodra-See und Zusammenfluss der Flüsse Buna und Drin. Irgendwie schade, dass wir morgen schon abreisen.

13. Tag: Shkodra (Raki rruschi-Tag)

Eingeregnet in Shkodra!  Wirklich keine Lust vor die Haustüre zu gehen. Ausserdem war das gestrige Theth-Abenteuer Anstrengung und Aufregung genug. Wenn es aufhört, könnten wir, wenn wir wollten, Shkodra besichtigen. Es hört aber nicht auf! Das Hotel Tradita ist so gemütlich, da hält man so einen Regen- und Ruhetag recht gut aus. In der Gaststube brennt immer ein offenes Feuer und der „Qingj ne hell“ (Lamm am Spieß) brutzelt auch schon vor sich dahin. So wird der heute Tag zum „Raki rruschi-Tag“ erklärt. Wir geben uns ganz albanisch und kippen ein paar Raki rruschis (Schnaps). Prost!

12. Tag: Tirana – Shkodra – Theth – Shkodra

Das Wetter macht uns große Sorgen, denn eigentlich sind wir in das Land der Skipedaren gekommen, um eine der letzten wirklichen Offroadstraßen  Europas fahren zu können. Es naht aber eine tagelange Schlechtwetterfront und die Strecke, die eh schon herausfordernd genug sein wird, bei Nässe zu fahren ist sicherlich gefährlich. Daher scheint der Montag, der einzige vernünftige Tag dafür zu sein. Wir brechen früh am Morgen unsere Zelte in Tirana ab und rauschen auf der Schnellstraße nach Shkodra. Die Seitenkoffer und jegliches unnötiges Gepäck laden wir bereits im Hotel ab und starten gegen 11.00 in Richtung Südauffahrt nach Theth. Die ersten 40 km hinter Shkodra sind asphaltiert und dann beginnt laut Roadbook die Schotterpiste.

Tatsächlich, nur Schotterpiste ist leicht untertrieben! Viele Passagen sind sehr steinig und felsig, die nur für den Fahrer alleine zu überwinden sind. Die Sozia ist dann zufuß on Tour, Berg auf und über Stock und über Steine. Wo’s wieder geht höppelt das Dreier-Gespann (Bock = BMW Adventure, Bockchef = Pi und Bocksozia = Ami) gemeinsam Meter für Meter voran. 50 Kilometer liegen vor uns bis Theth und wir müssen es schaffen vor Einbruch der Dunkelheit zumindest auf der asphaltierten Pass-Strasse 15 Kilometer nach Theth anzukommen.  Der Bock ist schon 3x umgefallen und wir haben ihn wieder aufgestellt. Gott sein Dank fährt er noch und es ist nichts passiert. Endlich und mit einer gewaltigen Verspätung kommen wir an den mitten im Nirwana gelegenen zwei Blechhütten-Kaffeebars an. Und von da sind es nochmals 16 endlose Kilometer bis Theth. Ein Motorradfahrer aus Scheibbs, ein Jeep aus Mürzzuchlag, ein schweizer Ehepaar mit einem Geländewagen begegnen uns. Dann stoßen wir auf eine Gruppe völlig erschöpfte tschechische  Motorradfahrer, die die leichtere Nordstrecke angefahren sind.  Kein gutes Zeichen! Es ist mittlerweile schon 17:30 und wir haben noch 30 Kilometer bis zur Pass-Straße vor uns. Der Himmel wird immer dunkler und es beginnt stark zu regnen. Eh schon nass vom Schweiß sind wir jetzt auch noch waschelnass vom starken Regen. Die Fahrt wird immer grimmiger. Richtige kleine Bäche kommen uns auf dem Weg entgegen. So manche Kurve wird zur Flußdurchfurtung, weil das Wasser nur so abrinnen kann. Um 18:30 erreichen wir endlich Theth. Von der Schönheit der Landschaft bekommen wir nichts mit. Wir haben auch keinen Kopf mehr dafür. Wir müssen weiter. Noch 15 Kilometer bis zur Pass-Straße. Die Strecke wäre etwas besser, durch den massiven Regen merkt man davon aber nichts. Es ist schon finster und jeder Meter ist beschwerlich. Pi vollbringt eine Höchstleistung. Endlich kommt die asphaltierte Pass-Straße. Wir ziehen uns noch schnell die Windstopperjacken unter den triefend nassen Jacken an. Die Temperatur ist gesunken. Vorsichtig, wegen der nassen kurvigen Fahrbahn, geht´s die letzten 40 Kilometer nach Shkodra. In der Ferne sieht man Blitze und Wetterleuchten. Der Regen wird wieder stärker. Noch 10 Kilometer. Der Regen peitscht jetzt begleitet von einem Orkan daher. Das Motorrad ist schwer in der Spur zu halten. Bei einer Tankstelle bleiben wir stehen. Zitternd am ganzen Körper vor Kälte und von den Anstrengungen stehen wir triefend nass im Häuschen des Tankwarts, der uns nur mitleidig anschaut. Der Wind legt sich, wir fahren weiter zum Hotel. Die Leute warten auf uns, weil wir ja unser Gepäck schon gebracht hatten. Es ist 22:30 Uhr und unglaublich abenteuerliche 140 Kilometer später.

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Pi möchte die nächsten zwei Tage auf kein Motorrad steigen. Ich definitiv auch nicht! Die Reise nach Theth hat uns alles abverlangt. Respekt für die Höchstleistung und Danke Pi, dass du uns gut zurück gebracht hast.

11. Tag: Elbasan – Tirana

Und weiter geht unser Fahrt durch Albanien. Heute liegt nur eine kurze Strecke über die alte Nationalstraße vor uns, weil wir um 15.00 in Tirana unseren gebuchten City-Guide treffen wollen. Aber vorher gibt es noch einen kleinen Abstecher mit einem Hindernis (Straße ist aus) zur kleinen Burg Petrela, die wie ein Adlerhorst auf einem Felsen, südlich von Tirana liegt. Von da oben hat man auch schon einen schönen Blick auf die Hauptstadt Albaniens.

Pünktlich wie vereinbart sitzen wir im Garten vor dem Hotel und warten, und warten, und warten! Niemand kommt, um uns für die Tour abzuholen. Wir rufen an und erfahren, dass es das erste Mal ist, dass der Führer nicht pünktlich kommt und es muss was passiert sein (Wer es glaubt wird seelig und wer es nicht glaubt, kommt auch in den Himmel)! So machen wir uns halt selbständig auf den Weg und versuchen uns zu orientieren. Das Hotel liegt ja sehr zentrumsnahe beim Skenderbej-Platz. Vor der alten Moschee blättern wir in unserem Reiseführer und lesen nach, was es hier alles zu sehen gibt. In dem Moment spricht uns ein junger Mann an. Er beginnt in gutem Englisch was über den Platz zu erzählen. Er freut sich sichtlich, dass Touristen nach Albanien kommen. Es stellt sich heraus, dass Martin ein zertifizierter lokaler Guide für geführte City-Walks ist. Richtig, geraten! Wir haben ihn natürlich gleich angeheuert und schon waren wir unterwegs. Es war so spannend ihm zuzuhören und die zwei Stunden sind wie im Fluge vergangen. So ein Glück, dass wir Martin getroffen haben. Tirana ist eine interessante, junge, pulsierende und aufstrebende Stadt.

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Nach einem Drink im Taiwan-Center meldet sich so langsam der Hunger. Das Oda-Restaurant, ein kleines osmanisches Häuschen mit traditioneller albanischer Küche ist unser Ziel. Vor dem Lokal ist eine Menschenschlange angestellt. Wir reihen uns ein und warten, und warten, und warten.  Und wir haben es erwartet und bekommen einen Tisch. Muss schon sagen, das Warten hat sich gelohnt. Sooooooooooooooooo köstlich! In Polen würde man „schmatznego“ sagen.