Schlagwort-Archive: Garmin

Wiederholungstäter am Gargano

Fenster auf – prächtiges Wetter. Ein kräftigendes Biker-Frühstück und schon ist der Bock gesattelt. Wir nehmen die Hausstrecke auf den Monte Sant‘ Angelo. Heute mal kein Kirtag. Laut unserer Landkarte führt von da ein Weg nach Santo di Pulsano und dann weiter nach Ruggiano. War nicht leicht zu finden der Weg, da scheinbar die Beschilderung vergessen wurde und Meister Garmin sich hier auch nicht auskennt. Aber wir haben´s gefunden. Das Sanctuario liegt hinter einem Sicherheitszaun, der aber mit einer Klingel von jedermann/frau geöffnet werden kann. Den Abstieg zu den Höhlen der Eremiten haben wir uns dann erspart, und lediglich die Fotoaustellung dazu in der Kirche besichtigt. Wirklich ein toller Ausblick von da oben auf die Murgia. Die weiterführende Strasse entpuppte sich dann als Botanischer Lehrpfad.

Vielleicht doch besser auf der Hauptstrecke über Monte Sant´Angelo nach San Marco in Lamis zu fahren. Dort geht die P22 in Richtung Foggia, eine super kurvenreiche Abfahrt und gleich an der nächsten Abzweigung wieder rauf die P26, eine nicht  minder interessante Strecke. Von San Marco in Lamis geht dann eine relativ unscheinbare Abzweigung in Richtung Sannicandro Garganico. Bitte ein bisschen mehr Gas, um der statischen schwarzen Regenwolke zu entkommen. Jaaaa! Wir sind nicht nass geworden! Die Fahrt geht die nördliche Küstenstraße entlang, vorbei an den beiden Binnenseen – Lesina und Lago di Verano. Malerisch liegen die Orte Cagnano Verano und Vico del Gargano wie Sahnehäubchen auf den Hügeln.

P22

P22

Langsam meldet sich der Hunger. Das Trabucco di Monte Pucci bei Peschici ist ja nicht weit. Wir konnten nicht widerstehen und haben wieder ordentlich zugeschlagen und geschlemmt. Und dann konnten wir den Fischern noch beim Einholen der Netze zusehen. Spannend, spannend!

Gestärkt ging´s Richtung Vieste. Von dort sollte laut unserer Karte ein kleiner Wirtschaftsweg in Richtung Valico di Lupo abgehen. Garmin-Planlos war nicht hilfreich, aber auf unseren Instinkt ist Verlass.

Rumänien 5. Tag

Etappenpunkte: Putna, Ratauti, Arbore, Gura Humorului, Bosteni, Paltinis-Pass, Gura Haitii, Dorna Arini

Temperatur: 24 – 31 Grad

Gestern bei den orthodoxen Klöstern sind wir auf den Geschmack gekommen und daher haben wir heute gleich 3 drangehängt. Es hat sich gelohnt. In Radauti steht die älteste dieser Kirchen. Die Fresken sind zwar schon sehr renovierungsbedürftig, zeugen aber trotzdem von einer unglaublichen Qualität. Eine besonders schöne Klosterkirche ist jene von Arbore, ein bisschen abseits von der Touristenroute. Diese Kirche verfügt über eine Aussennische, wo früher die Opfergaben abgelegt werden konnten.  Eines der bedeutensten Klöster ist Humorului. Dort haben wir nicht nur dei Fresken bestaunt, sondern auch den noch erhaltenen Wehrturm bezwungen – ein paar Kilo mehr und wir wären stecken geblieben.

Und dann wollten wir noch Voronet anschauen, weil es nur 4 km abseits der geplanten Route lag. Wir wollten, aber New Garmin (mein spezieller Freund) wollte von dort weg was anderes. Es spürte, das Enduroherz des Fahrers heftig pochen und hat die Tour gleich neu berechnet. Ein super Forstweg hat sich aufgetan, vorbei an riesigen wilden Hitenhunden ging´s eine Weile recht gut. Dann mussten wir jedoch vernünftigerweise umkehren.

Aber auch die restliche geplante Tagesetappe war nicht minder spannend, denn da ging´s gleich auf der nächsten Endurostrecke weiter. Manche Verbindungsstraßen hier in Rumänien sind eben einfache Schotterstaßen. Die Conti TKC 70 Reifen haben sich bisher als gute Wahl für sämtliche Straßenverhältnisse (Schlaglöcher, Autobahnen, Schotterwege) erwiesen. Die Kennzeichnung von besonders großen Bodenaufwölbungen und Schlaglöchern wollen wir natürlich nicht vorenthalten. Ich sag einfach: Adlerauge sein wachsam!!!!

 

Ins Laund eni schaun … (Ins Land rein schauen)

Meine Freundin hatte uns darauf aufmerksam gemacht, dass es in Haslach an der Mühl heuer einen Webermarkt gibt. Mit dem Weben selber kenn ich mich ja nicht aus, aber das Nähen und die Verarbeitung von textilen Stoffen interessiert mich und da bin ich auch selber recht geschickt. Klingt alles recht gut und wenn ich mich recht erinnere, liegt der Ort in einer Gegend im Mühlviertel, wo die Anreise mit dem Motorrad auch recht kurvenreich und spannend sein kann, demnach würd´s auch für den Fahrer passen.

Etappenpunkte: Start diesmal in Ybbs , Grein, St. Georgen am Walde, Königswiesen, Bad Leonfelden, Haslach an der Mühl und zurück wieder Richtung Bad Leonfelden, Kefermarkt, Thomasreit am Blasenstein, Grein, Marbach an der Donau, Heiligenkreuz, Baden, Pottendorf, Eisenstadt


Das Wetter war bestens geeignet für diese Ausfahrt. Schon bei der Abfahrt lachte uns die Sonne entgegen. Entlang der blitzblauen Donau ging´s nach Grein und dann rauf ins Waldviertel. In Königswiesen waren wir dann ein bisschen zu flott, verpassten eine kleine Abzweigung und dann hat sich „New Garmin“ aufgehängt. Frohen Mutes kurvten wir weiter Hügel auf und Hügel ab, durch kleine Wälder und vorbei an gelben abgeernteten Feldern und grünen Wiesen. Der Fahrer war in seinem Element, ob der Wege, die Garmin sich da ausgesucht hatte. Nur bei mir wurden so langsam Zweifel wach, denn ein bisschen kenne ich mich in der Gegend ja aus. Wir fuhren eindeutig in die falsche Richtung, aber Garmin weiss ja alles, so der Tenor! Rettender weise gibt es an den Wegkreuzungen noch immer beweiskräftige Wegweiser, die anzeigen in welche Richtung es wie weit ist. Nach links wären es 12 km nach Grein und nach rechts 18 km nach Königswiesen (Mein Kurzzeitgedächtnis meldete, wir waren wir heute schon an der Kreuzung. Somit konnte der Fahrer auch überzeugt werden, dass Garmin nicht immer Recht hat und mein Orientierungssinn noch immer in Ordnung ist. So zusagen waren wir fast wieder am Ausgangspunkt und nochmals ging´s auf nach Haslach an der Mühl, jetzt aber ohne viel Umwege. Wir waren ja verabredet.
In der Landschaft verstreut stehen noch zahlreiche traditionelle weiß grau gefleckten Mühlviertler Höfe. Der Granitstein hat die Jahre gut überdauert. Und man merkt es ist Sommer! Nicht nur der Webermarkt lockt Unternehmungslustige an. Überall wird für diverseste Dorffestl geworben, sei´s für einen Feuerwehrheurigen oder für irgendein Seifenkistlrennen. Wir hatten uns halt für den Webermarkt in Haslach an der Mühl entschieden.

Ein entzückender Ort dieses Haslach mit teils alten Häusern, der alten Mühle, dem neuen Textilzentrum in der alten Fabrik, den Innenhöfen, dem kleinen Kirchlein mit den Spuren der Umbauten aus dem 19. Jahrhundert. Die Glöcknerfamilie hatte in dem Kirchturm sogar noch mit den vier Kindern in den Turmstuben sehr spartanisch gewohnt. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. In den Gässchen waren die verschiedenen Marktstände aufgestellt. Es gab wunderschöne Stoffe und Handwerkskunst vom Feinsten. Da steckt viel Arbeit drin in der Herstellung der schönen Sachen. Witzig diese Handpuppen, die sogar aus Deutschland angereist waren.
Und dann war es höchste Zeit wieder auf den Bock zu steigen. Wir hatten noch einen weiten Weg vor uns. Vorbei am romanischen Kirchlein in Hirschbach, das zauberhafte Renaissanceschloß Weinberg und der wertvolle gotische Holzschnitzaltar in Kefermarkt – das musste sein, da kann man nicht einfach vorbeirauschen. Am Haus neben der Kirche entdeckten wir eine Gedenktafel von einem Neuseelandforscher. Ich war schon in Neuseeland und bin ganz begeistert von dem Land. Gleich beredeten wir unseren Plan von 2017,  wie wir mit dem Motorrad diese Insel erforschen werden. Es gibt da und dort so viel zu entdecken, wenn man nur genau hinschaut.


Und noch ein Stopp bei Thomasreit am Blasenstein um im wahrsten Sinne des Wortes „ins Laund eni z´schaun“ (Ins Land rein zu schauen). Unglaublich der Fernblick. Ein beglückendes Gefühl und einfach nur schön.

Zeitmaschine

Tag 1 _ 1. Juli 2015

Endlich sommerliche Temperaturen. Der geplanten Tour nach Südbayern zu den Königsschlössern und nach Garmisch zu den BMW-Motorrad -Days steht nichts im Wege. Der Bock ist schnell gesattelt und auf gehts.


Mit New-Garmin (Zumo LM 590) gings auf kurvenreichen Routen Richtung Westen.

Etappenpunkte:
Eisenstadt, Haselrast, Kalte Kuchl, Ochsattel, Mariazell, Wildalpen, Gesäuse, Hengstpass, TAMBERG, Phyrnpass, Hallstadt, Knoppenpass, Bad Vigaun

New-Garmin hat uns viel Gegend gezeigt. Bei Windischgarsten schaltet er plötzlich die „Zeitmaschine“ dazu. Wir wissen beide die Richtung stimmt jetzt nicht.  Keine Ahnung wie er jetzt nach Bad Vigaun weiter fahren will. Und schon passieren wir Pießling, noch ein paar Meter, dann geht links der Güterweg rauf zum Tamberg. Erinnerungen an die Kindheit und die Jugend werden wach. Wir fahren rauf, vorbei an dem Bauernhaus, wo neben dem Nussbaum unser Ferienhäuschen stand. Die Bäuerin macht gerade das Heu am Wegrand. Wir schlängeln uns noch weiter den Berg rauf, vorbei an dem Häuschen, das damals der Onkel und die Tante renoviert hatten. Viele Ferientage haben wir hier mit der Verwandtschaft verbracht. Und ganz oben am Kogel – am Ende der Straße, mit der besten Aussicht – da steht das Häuschen, das damals  Franz Onkel gepachtet hatte. Es sieht noch genauso aus. Wir steigen ab und geniessen den Ausblick auf die Berge. In meinem Kopf schwirren viele schöne Erinnerungen herum. Schön ist es hier und so ruhig. … Wir kehren um und kurven den Berg wieder runter. Bei der Bäuerin beleiben wir kurz stehen und grüßen. Die Frau ist zuerst skeptisch, erst nachdem ich meinen Mädchennamen nenne freut sie sich sichtlich, dass wir vorbeigekommen sind. 30 Jahre ist es her, dass ich das letztemal da war.

 
Wieder unten an der Hauptstraße angekommen, findet New-Garmin wieder seine Koordinaten und wir sind wieder im hier und jetzt gelandet. Weiter gehts nach Bad Vigaun.

Noch Tipps für Biker! Beim Karlwirt am Hensgstpass lohnt sich eine Rast. Das Essen ist richtig gut und die Portionen sind nicht zu verachten. In Bad Vigau können wir das Landgasthaus Neuwirt sehr empfehlen. Super Essen im gemütlichen Gastgarten, schöne Zimmer, das einzige was stört ist die Kirchenglocke, die bereits um 5:30 loslegt.