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Umleitung ins Mühlviertel

Bei der Kunsthalle in Aigen

Wochenend und Sonnenschein, zumindest die meiste Zeit! Der heftige Regenguss am Sonntagmorgen im Mühlviertel war nicht lange genug, um die Stimmung und den Tag zu verderben.

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Ins Laund eni schaun … (Ins Land rein schauen)

Meine Freundin hatte uns darauf aufmerksam gemacht, dass es in Haslach an der Mühl heuer einen Webermarkt gibt. Mit dem Weben selber kenn ich mich ja nicht aus, aber das Nähen und die Verarbeitung von textilen Stoffen interessiert mich und da bin ich auch selber recht geschickt. Klingt alles recht gut und wenn ich mich recht erinnere, liegt der Ort in einer Gegend im Mühlviertel, wo die Anreise mit dem Motorrad auch recht kurvenreich und spannend sein kann, demnach würd´s auch für den Fahrer passen.

Etappenpunkte: Start diesmal in Ybbs , Grein, St. Georgen am Walde, Königswiesen, Bad Leonfelden, Haslach an der Mühl und zurück wieder Richtung Bad Leonfelden, Kefermarkt, Thomasreit am Blasenstein, Grein, Marbach an der Donau, Heiligenkreuz, Baden, Pottendorf, Eisenstadt


Das Wetter war bestens geeignet für diese Ausfahrt. Schon bei der Abfahrt lachte uns die Sonne entgegen. Entlang der blitzblauen Donau ging´s nach Grein und dann rauf ins Waldviertel. In Königswiesen waren wir dann ein bisschen zu flott, verpassten eine kleine Abzweigung und dann hat sich „New Garmin“ aufgehängt. Frohen Mutes kurvten wir weiter Hügel auf und Hügel ab, durch kleine Wälder und vorbei an gelben abgeernteten Feldern und grünen Wiesen. Der Fahrer war in seinem Element, ob der Wege, die Garmin sich da ausgesucht hatte. Nur bei mir wurden so langsam Zweifel wach, denn ein bisschen kenne ich mich in der Gegend ja aus. Wir fuhren eindeutig in die falsche Richtung, aber Garmin weiss ja alles, so der Tenor! Rettender weise gibt es an den Wegkreuzungen noch immer beweiskräftige Wegweiser, die anzeigen in welche Richtung es wie weit ist. Nach links wären es 12 km nach Grein und nach rechts 18 km nach Königswiesen (Mein Kurzzeitgedächtnis meldete, wir waren wir heute schon an der Kreuzung. Somit konnte der Fahrer auch überzeugt werden, dass Garmin nicht immer Recht hat und mein Orientierungssinn noch immer in Ordnung ist. So zusagen waren wir fast wieder am Ausgangspunkt und nochmals ging´s auf nach Haslach an der Mühl, jetzt aber ohne viel Umwege. Wir waren ja verabredet.
In der Landschaft verstreut stehen noch zahlreiche traditionelle weiß grau gefleckten Mühlviertler Höfe. Der Granitstein hat die Jahre gut überdauert. Und man merkt es ist Sommer! Nicht nur der Webermarkt lockt Unternehmungslustige an. Überall wird für diverseste Dorffestl geworben, sei´s für einen Feuerwehrheurigen oder für irgendein Seifenkistlrennen. Wir hatten uns halt für den Webermarkt in Haslach an der Mühl entschieden.

Ein entzückender Ort dieses Haslach mit teils alten Häusern, der alten Mühle, dem neuen Textilzentrum in der alten Fabrik, den Innenhöfen, dem kleinen Kirchlein mit den Spuren der Umbauten aus dem 19. Jahrhundert. Die Glöcknerfamilie hatte in dem Kirchturm sogar noch mit den vier Kindern in den Turmstuben sehr spartanisch gewohnt. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. In den Gässchen waren die verschiedenen Marktstände aufgestellt. Es gab wunderschöne Stoffe und Handwerkskunst vom Feinsten. Da steckt viel Arbeit drin in der Herstellung der schönen Sachen. Witzig diese Handpuppen, die sogar aus Deutschland angereist waren.
Und dann war es höchste Zeit wieder auf den Bock zu steigen. Wir hatten noch einen weiten Weg vor uns. Vorbei am romanischen Kirchlein in Hirschbach, das zauberhafte Renaissanceschloß Weinberg und der wertvolle gotische Holzschnitzaltar in Kefermarkt – das musste sein, da kann man nicht einfach vorbeirauschen. Am Haus neben der Kirche entdeckten wir eine Gedenktafel von einem Neuseelandforscher. Ich war schon in Neuseeland und bin ganz begeistert von dem Land. Gleich beredeten wir unseren Plan von 2017,  wie wir mit dem Motorrad diese Insel erforschen werden. Es gibt da und dort so viel zu entdecken, wenn man nur genau hinschaut.


Und noch ein Stopp bei Thomasreit am Blasenstein um im wahrsten Sinne des Wortes „ins Laund eni z´schaun“ (Ins Land rein zu schauen). Unglaublich der Fernblick. Ein beglückendes Gefühl und einfach nur schön.