Auf zum Diamanten-Strand

Bei Mari Ermi

Von Alessandro Marzi haben wir noch ein paar Tipps für Off-road-Touren bekommen. Alle gehen sich natürlich nicht mehr aus. Aber ein Ziel klang sehr verlockend, die Westküste auf der Sinis Halbinsel. Dort gibt es eine Off-road-Piste entlang der Küste direkt am Meer. Der Sand sollte bei Sonnenlicht wir Diamanten glitzern. Nun denn „diamonds are (bekanntlich) the girls best friends“, rauf auf den Bock und nichts wie hin. Das Sardische Kurvengewusel raus von Oliena in Richtung Oristano war eine Wonne und Fahrvergnügen vom Feinsten. Wir durchquerten die Lagune bei S. Giovanni di Sinis. Und dann war da „Tharros“ auf einem Schild angeschrieben.

Völlig unvorbereitet und ungeplant steuerten wir die antike Ausgrabungsstätte direkt am Meer an. Beim Eingang studierten wir die Tafel mit den wesentlichen Informationen. Die erste Besiedlungswelle geht auf Nuraghern (8. Jhd. v. Chr.) zurück, dann kamen die Phönizier, die Punier und die Römer. Die Stadt wurde immer größer. Archeologische Funde bezeugen eine rege Handeltätigkeit. Es wurden bespielsweise 4000 mit importieren Gold gefasste Skarabäen in Gräbern gefunden, weiters Keramik aus der zyprisch-mykenischen Zeit und etruskische Buccherovasen. Der Niedergang des weströmischen Reiches, die Herrschaft der Byzantiner, Einfälle von Piraten und Sarazenen setzte den Bewohnern in Tharros zu. Die Hauptstadt der Judikatur Arborea wurde daher 1050 n.Chr. ins Landesinnere nach Oristano verlegt. Praktischerweise nahm man das Baumaterial gleich von der verlassenen Stadt für den Aufbau der neuen Metropole mit. Ibn Dschubair, der Postbeamten des almohadischen Gouverneurs von Granada, unternahm 1185 eine Pilgerreise nach Mekka. Wegen eines Sturms suchte das Schiff in Sardinien in der Bucht von Tharros Schutz. Interessanterweise berichtet er in seiner  Reisebeschreibung damals schon von der Ruinenstadt am Meer. Alles sehr spannend, wenn man die Geschichte verfolgt.

Wir verfolgten unsere Pläne und schwenkten in Richtung Meer zu den Diamanten. Kilometerlange einsame weiße Strände, türkisblaues Meer, bedrohlich dunkle Wolken in der Ferne, das glitzernde Wasser sobald sich die Sonne durchkämpfte, eine Sandpiste mit riesigen Wasserpfützen und … natürlich keine Diamanten, dafür aber ein unvergesslich schönes Fahrgefühl.

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#sardinien #tharros #motorradreise #makelifearide

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