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Arrivederci!

Der Spielzeughändler in Monte Sant Angelo muss es schon geahnt haben, als er seine Auslage dekoriert hat. Eine rote BMW GS 1200 Adventure auf einem Anhänger hinter einem blauen Auto! So werden wir morgen die rund 1300 Kilometer auf der Autostrada wieder zurücklegen nach Hause.

Beim Einkaufsbummel in Mattinata haben wir noch ein paar Flaschen guten italienischen Wein und sonstige lokale Spezereien erstanden. So lässt es sich daheim besser in den Erinnerungen an die tollen Touren am Gargano schwelgen. Und noch ein paar Muscheln und Meerluft zum Abschied.

Arrivederci Gargano – verdiamo a casa

Standesgemäß italienisch unterwegs

Das typisch italienische Fortbewegungsmittel ist eine Vespa, auch für Katzen.  *grgrgr*

Heute waren wir nochmals am Gargano unterwegs – diesmal aber anders rum. Über Manfredonia ging es nochmals in Richtung Pulsano, schwer in der Hoffnung, wenn von der anderen Seite kommend, den Verbindungsweg zu finden. Leider war die Reise in der Via Papa Alexandro II in Tomaiola zu Ende. Der ortsansässige Pfarrer der 5 Seelengemeinde hat uns glaubwürdigst versichert, dass es da keine Straße gibt, auch wenn diese auf unsere Karte eingezeichnet ist – höchstens ein Wanderweg eventuell? Dann doch wieder über die Landstraße rauf nach Monte Sant Angelo. Diesmal zischten wir nicht durch, sondern besichtigten das Heiligtum, das zu Ehren des Erzengels Michael errichtet wurde. Die Gründung geht auf einen 29. September im 5. Jahrhundert zurück – daher die tagelangen Kirtage vor einigen Tagen. Der Ort ist typisch italienisch mit den weißen Häusern, den kleinen schmalen Gassen, Stiegen, Durchgängen, Wäsche auf den Leinen und viele kleine Geschäfte. Hübsch!

Dann rauschten wir die kurvige SP 55 wieder runter in Richtung Mattinata. Und dort sollte es dann – auch von der anderen Seite – rauf gehen zum Monte Sacro (Fortsetzung des Radweges, den wir ja schon mal hatten). Wegbeschilderungen „niente“. Orientierungssinn? Vielleicht. Ein  möglicher Weg war schnell gefunden, höppel, höppel, sogar Meister Garmin war sich fast sicher. Der Bock witterte anscheinend schon einen andern Bock, denn der Weg endete mitten in einem kleinen Bauernhof neben dem Ziegenstall. Also ein elegantes Umkehrmanöver und der Wegbeschreibung des Bauern folgend, so landeten wir auf dem richtigen Pfad zum Monte Sacro. Noch ein Blick runter auf die Küste vor Mattinata. Herrlich! Und weil es gar so schön war, bogen wir nicht zurück nach Mattinata ab, sondern kurvten den nächsten Feldweg weiter in Richtung Valico di Lupo durch eine „bonsaiartige“ Landschaft.

Die Ausfahrt endete am Strand von Mattinata, für einen Spaziergang – Stiefelbier gab´s nämlich keines mehr, weil die Strandbar schon dicht gemacht hatte. Trotzdem noch ein bisschen Sonne und Meer – perfekt!

Wiederholungstäter am Gargano

Fenster auf – prächtiges Wetter. Ein kräftigendes Biker-Frühstück und schon ist der Bock gesattelt. Wir nehmen die Hausstrecke auf den Monte Sant‘ Angelo. Heute mal kein Kirtag. Laut unserer Landkarte führt von da ein Weg nach Santo di Pulsano und dann weiter nach Ruggiano. War nicht leicht zu finden der Weg, da scheinbar die Beschilderung vergessen wurde und Meister Garmin sich hier auch nicht auskennt. Aber wir haben´s gefunden. Das Sanctuario liegt hinter einem Sicherheitszaun, der aber mit einer Klingel von jedermann/frau geöffnet werden kann. Den Abstieg zu den Höhlen der Eremiten haben wir uns dann erspart, und lediglich die Fotoaustellung dazu in der Kirche besichtigt. Wirklich ein toller Ausblick von da oben auf die Murgia. Die weiterführende Strasse entpuppte sich dann als Botanischer Lehrpfad.

Vielleicht doch besser auf der Hauptstrecke über Monte Sant´Angelo nach San Marco in Lamis zu fahren. Dort geht die P22 in Richtung Foggia, eine super kurvenreiche Abfahrt und gleich an der nächsten Abzweigung wieder rauf die P26, eine nicht  minder interessante Strecke. Von San Marco in Lamis geht dann eine relativ unscheinbare Abzweigung in Richtung Sannicandro Garganico. Bitte ein bisschen mehr Gas, um der statischen schwarzen Regenwolke zu entkommen. Jaaaa! Wir sind nicht nass geworden! Die Fahrt geht die nördliche Küstenstraße entlang, vorbei an den beiden Binnenseen – Lesina und Lago di Verano. Malerisch liegen die Orte Cagnano Verano und Vico del Gargano wie Sahnehäubchen auf den Hügeln.

P22

P22

Langsam meldet sich der Hunger. Das Trabucco di Monte Pucci bei Peschici ist ja nicht weit. Wir konnten nicht widerstehen und haben wieder ordentlich zugeschlagen und geschlemmt. Und dann konnten wir den Fischern noch beim Einholen der Netze zusehen. Spannend, spannend!

Gestärkt ging´s Richtung Vieste. Von dort sollte laut unserer Karte ein kleiner Wirtschaftsweg in Richtung Valico di Lupo abgehen. Garmin-Planlos war nicht hilfreich, aber auf unseren Instinkt ist Verlass.

Trabucco

Die heutige Tour war nur grob geplant. Wettertechnisch sollte es ja nicht so schlecht werden. Also schnappten wir den Bock und rollten den Berg runter und gleich nach Mattinata wieder rauf in Richtung Monte San´t Angelo. Anscheinend ist dort jeden Tag Kirtag, schon wieder jede Menge Autobusse und Marktstände. Die nächste Etappe führte uns von dort weiter in Richtung Foreste Umbra rauf nach Peschici. Ein kleiner lohnenswerter Abstecher (wieder über einen Radweg, diesmal mit Kuhfladenslalom) führte uns zum Monte Sacro. Historisch gesehen scheinbar die Geburtsstätte von Mattinata, da hier im Mittelalter ein Kloster stand. Interessant ist die felsige Landschaft an dieser Stelle, die im Frühling mit 85 Orchideenarten aufwarten kann. Ich nenne diese Stelle heute mal die Läuterung des Motorradfahrers Stefan.

Weiter ging es dann wieder auf der Landstraße durch die Foreste zur „schönsten Alm“ die ich je gesehen habe. Die Kühe und Schweine, die dort gemeinsam in Eintracht den atemberaubenden Ausblick auf das blaue Meer und Peschici geniessen sind sicher sehr glücklich.

Die Fahrstrecke ist ein Vergnügen für jeden Motorradfahrer und macht hungrig. Die Küste des Gargano ist auch bekannt für die Trabuccis – das sind in den Felsen gebaute Plattformen für den Fischfang. Gleich an der Ecke beim Torre vor Peschici war ein Trabucco mit Restaurant ausgeschildert. Die Zufahrt war für den Bock (BMW GS 1200 Adventure) wie geschaffen. Das letzte Stück mussten wir dann zu fuß zurück legen. Jeder Schritt hat sich gelohnt. Ein perfekter Ort zum Sitzen und Schauen und zum Genießen der kulinarischen Köstlichkeiten. … Irgendwie haben wir uns dann doch aufgerafft, immerhin hatten wir noch ein paar Kilometer durch das Valetta di Lupo zurück nach Mattinata.  Die kurvige Straße in der sich laufend verändernden Landschaft gehörte uns alleine. Und dann vor lauter Glückseeligkeit ereignete sich ein Wunder – die Erleuchtung des Motorradfahrers Stefan. *grgrgr*

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Tolle Ausblicke

Nachdem wir die Wetter-Apps gecheckt hatten machten wir uns auf der Küstenstraße SP53 auf in Richtung Vieste. Ein paar kleinere Abzweigungen haben wir natürlich auch nicht ausgelassen. Es ist voll lässig, so am Meer entlang zu fahren. Immer wieder tolle Ausblicke. In Vieste angekommen gönnten wir uns ein kleines italienisches Mittagessen. Dabei beobachteten wir das Phänomen der schwarzen italienischen Wolken, das uns gesten schon aufgefallen war. Die hängen statisch über einem Ort in dunkelgrau. Gestern kein einziges Tröpfchen und heute? Kaum saßen wir wieder am Bock – platsch – und ab in die Regenkluft. Na ja – trotzdem hatten wir einen schönen Ausflug, der auf alle Fälle Lust auf Meer und mehr macht.

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