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Rumänien 18. und 19. Tag

Heimreise

Etappenpunkte: Timisoara, Sannicolau Mare, Cernad, Hodmezövarsarhely, Mindszent (Allerheiligen), Kecskemet = 18. Tag (287 km)
Kecskemet, Veszprem, Eisenstadt = 19. Tag (352 km)

Tagestemperaturen: Es ist wieder wärmer.

Die letzten zwei Etappen sind bald geschafft. Noch eine kurze Relaxpause in Kecskemet und die Reise Revue passieren lassen. Sehr viel haben wir gesehen! Die verschiedensten Landstriche und Landschaften haben wir mit dem Motorrad erfahren. Wir haben ein Land erkundet, dass wir nicht kannten. Rumänien ist reich an Kulturschätzen. Die Leute sind gastfreundlich, aufrichtig, fleißig und ordentlich. Sie sind ihren Traditionen treu und dennoch aufgeschlossen für das Neue, vor allem die jüngere Generation. Alte Häuser und neue Häuser reihen sich aneinander. Pferdefuhrwerke fahren neben dem neuesten Modell von BMW und Co. Langsam werden auch die verfallenden Industrieruinen verschwinden und Platz für Neues machen. Ein sympathisches Land mit Kontrasten, gutem Essen und gutem Wein. Und für die Biker – super kurvige Straßen.

So schnell ist die Zeit vergangen und fast ein bisschen wehmütig kehren wir wieder heim.

Danke an alle Blogleserinnen und -leser, die uns auf der Tour durch Rumänien begleitet haben. Ende September gibt es die nächste Reise.

Make life a ride.

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Rumänien 17. Tag

Etappenpunkte: Eselnita, Moldova Veche, Oravita, Anina, Resita, Voiteg, Timisoara (315 km)

Tagestemperatur: 15 bis 20 Grad

Lokalaugenschein am größten Staubecken der Donau bei Dobreta/Eselnita. Mit dem Boot ging´s raus aufs Wasser. Die größte Felsskulptur Europas (40 m Höhe) – der Dakerkönig Decebalus – blickt streng auf die vorbeifahrenden Boote runter. Die Donau kann hier bis zu 100 m tief werden. Das Staubecken erstreckt sich über eine Länge von 150 km und 5,5 km an der breitesten Stelle. An der serbischen Seite ist die Tabula Trajana von 100 n.Ch. im Felsen eingelassen. Die Tafel wurde beim Bau des Staudammes Eisernes Tor 1 um 30 m gehoben, und erinnert an die Brücke, die der Kaiser Trajan hier bauen ließ.

Trotz der gigantischen Ausmaße, gibt auch hier die Donau das Gefühl von Vertrautheit und Heimat, vielleicht deswegen, weil wir in Österreich schon so oft entlang der Donau gefahren sind. Bis Moldova Veche genossen wir dieses Gefühl bevor wir nochmals in Richtung Karpatenausläufer abbogen. Eine nette, kurvige Straße führt vorbei an verfallende Industriebauten nach Resita.

Und dann endete unsere letzte Tagesetappe in Rumänien in Timisoara.

Rumänien 16. Tag

Etappenpunkte: Hunedoara,  Silvasu de Jos, Jiet, Transalpina , Urdele-Pass, Novaci, Targu Jiu, Baia de Arama,  Baile Herculane, Eselnita (334km)

Tagestemperatur:17,5 – 9,5 (am Urdele Pass) – 18,5 Grad

Planänderung, Aufbruch vom Basislager in Hunedoara in Richtung Transalpina. Die Wetter-App verspricht sogar teilweise Sonne für den Tag und die Strecke. Die 2. Teilstrecke der 146 km langen Königsstraße in Richtung Novaci fehlte uns noch. Die Anfahrt über Silvasu de Jos (super kurvige Straße bis Hateg) war bis Jiet flott bei akzeptablen Wetterbedingungen. Dann begann der Streckenabschnitt mit der Baustelle. Von dieser unplanmäßigen Off-road-Strecke hatten wir schon an unserem 14. Reisetag berichtet. Heute jedoch, war das Fahrvergnügen ein sehr mäßges – Regen, Nebel und schlammiger Straßenbelag, von Schlaglöchern vom Ausmaß kleiner Flußdurchfurtungen durch die Regenfälle gar nicht zu sprechen. Endlich hatten wir die Abzweigung zur Transalpina erreicht. Wir schlängelten uns die Serpentinen hoch, anfänglich noch immer in der Hoffnung, dass der Nebel sich lichten würde. Aber es wurde immer schlimmer! Wir haben nichts von der Königsstraße und vom Urdele-Pass (2051 m) gesehen. Die Talfahrt Richtung Novaci, die eigentlich die schönste Passage sein sollte, war ein einziger Blindflug. Na ja, so ist das halt  mit dem Wetter.

Im Tal angekommen, war der Nebelspuk vorbei und die restliche Strecke von Targu Jiu bis Baile Herculane war eine sehr positive Überraschung, kurvenreich, Straßenbelag mit leichtem Off-road-Charakter, wunderschöne Landschaft. Nachdem die alten Römer schon in Baile Herculane waren, machten wir dort einen Stopp. Der Glanz der einst mondänen Kurstadt mit der Badeanstalt und den feinen Villen und Hotels ist im Moment nur zu erahnen.  Es wird jedoch schon fleißig mit den Renovierungen des alten Stadtkerns begonnen. Das Ortsbild des neuen Teils der Stadt prägen riesige Bettenburgen aus der kommunistischen Ära. Witzig sind auch die kleinen Badegrotten direkt am Fluß.

Und ein paar Kilometer  weiter erreichten wir schon die Donau bei Orsova und unser super Quartier mit Pool in Eselnita. Die Donau ist hier aufgestaut und dadurch breit wie ein See. In der Nähe befindet sich das Eiserne Tor – jene Stelle wo das Donautal besonders eng wird und früher für die Schifffahrt besonders gefährlich war. Auf der anderen Seite des Flusses liegt bereits Serbien.

Rumänien 15. Tag

Etappenpunkte: Eigentlich Ruhetag und keine Etappenpunkte.  Es gab aber eine Empfehlung von einem netten Ehepaar aus Deutschland mit rumänischen Wurzel hier in der Gegend!

Hunedoara, Lacul Cincis, Valea Ursilui, Cincis-Cera, Hunedoara (72 km)

Tagestemperatur: 18 – 19,5 Grad

Lässig endlich ein spätes Frühstück! Nachdem wir ein nettes Frühstücksgespräch mit dem deutschen Ehepaar hatten, entschieden wir uns, doch den Bock heute zu satteln. Zuerst ging´s zum Schloß Corvinestilor. Teile der Architektur des Schloßes standen Pate für das Schloß in den Romanen mit Harry Potter. Der Bau wurde im 14. Jahrhundert begonnen. Der ungarische König Matthias Corvinus veranlasste den Umbau im Stil der Renaissance. Unter den Habsburgern verkam die Burganlage zu Eisenerzlagern. 1854 wurden große Teile durch einen Brand zerstört. Knapp vor 1900 begannen die ersten Renovierungen. Die ganze Schloßanlage ist überaus imposant. Die in der unmittelbaren Umgebung verfallenden Industrieleichen werden langsam weggeräumt. Und es bleibt zu hoffen, dass sich das extrem hässliche Stadtbild von Hunedoara langsam verschönert.

Ein paar 100 m von der Zufahrt zum Schloss zweigt eine kleine kurvenreiche Straße zum Lacul Cincis ab. Es lohnte sich wirklich dort rauf zu fahren. Ein wunderbarer Blick auf den See, ein gutes Restaurant im Hotel Diamond mit Seeterrasse, ein guter Platz zum entspannen, sitzen und nur schauen. Und so manche kleine Überraschung, die nicht im Reiseführer zu finden ist.

Tipp: Wer nach Hunedoara kommt, um das Schloss zu besichtigen und ein Quartier braucht, dem empfehlen wir eine der Pensionen oder das Hotel Diamond am Lacul Cincis zu buchen, egal ob man mit dem Auto oder Motorrad anreist. Für jene, die es ganz urig möchten, es gibt in Gehweite zum Restaurant auch einen Campingplatz direkt am Seeufer.

Rumänien 14. Tag

Etappenpunkte: Sibiu, Saliste, Jina, Tau Bistra, Lacu Oasa, Obarsia Lotrului, Lacu Vidra – Voineasa, Petrosani, Silvasu de Jos, Hunedeoara (322 km)

Tagestemperatur: 17,5 – 15,5 (in den Bergen) 26 Grad

Schon bei der Abfahrt in Sibiu war klar, dass uns der Regen wieder erwischen wird. Am Programm stand die Transalpina oder Straße des Königs. Die Wolken hingen tief, aber trotzdem war die erste Etappe über Jina klasse zum Fahren – kurvenreich, Fleckerlteppich mit Schlaglöchern. Bock und Fahrer waren in ihrem Element. Nach Dobra begann dann der neue Fahrbahnbelag. Zügig schlängelten wir uns im Regen die Straße hoch bis zum Stausee Tau Bistra und weiter bis Obarsia Lotrului. Das erwartete Wow-Erlebnis war aber ausgeblieben. Vielleicht lag es an der schlechten Sicht.

So bogen wir ab zum Lacu Vidra, wieder eine super Strecke, die Wolken lichteten sich. In der Kurve am Ende des Sees lockte ein gatschiges Staßerl. Planänderung – Off road und mit viel Endurofeeling ging´s nach Voineasa. Abenteuerlich höppelten wir anfänglich noch über aufgebrochenes Kopfsteinpflaster, dann durch mit Wasser gefüllte Schlaglöcher und matschige Wegpassagen. Ziemlich dreckig kamen wir nach der Rundfahrt wieder zur Kurve am Ende des Sees zurück. Der Bauer freute sich, weil wir jetzt Käse für unsere Jause kauften.

Die Weiterfahrt auf der Transalpina war zeitlich nicht mehr zu schaffen, daher nahmen wir den direkten Weg Richtung Hunedeoara durch eine malerische Schlucht im Retezat-Gebirge. Witzig, ein Teil der regulären Straße  (Asphaltstraße mit starkem Off-road-Charakter) ist derzeit eine Baustelle, somit gab´s noch mehr Endurofeeling.