
Der Streik der Fähren in Griechenland hat unser Programm etwas durcheinander gebracht. Aber das war nicht schlimm, denn so haben wir die Halbinsel Euböa vorgezogen und dort einen Ausflug gemacht. Die Insel liegt in der Nähe von Athen, was man am Verkehrsaufkommen schon merkte.
Von Nauplia aus statteten wir vorerst der antiken Ausgrabungsstätte von Nemea noch einen Besuch ab. Nemea noch nie gehört? Uns ging es genau so, aber in Olympia wurden wir auf die Kultstätte aufmerksam. Es gab nämlich vier Austragungsorte von sportlichen Spielen in der Antike: Olympia, der prominenteste Ort, die Spiele von Delphi, die Spiele von Korinth und die Spiel von Nemea. Die sportlichen Veranstaltungen fanden in einem vierjährigem Rhythmus statt. Was auch neu für uns war, die teilnehmenden Sportler waren Berufssportler. Die Preise waren meist Sachpreise, wie Olivenöl, Wolle und Bronzegefässe. Ausserdem gab es für die Sieger in Olympia Kränze aus Olivenzweigen, in Delphi waren es Lorbeerkränze, Fichtenzweige in Korinth und Sellerie (geht auf die Gründungslegende zurück) in Nemea. Die Teilnahme an den Panhellenischen Spiele war sehr prestigeträchtig und brachte den Sportlern gesellschaftliches Ansehen. Interessant fand ich im Museum die ausgestellten Goldringe von 1500 v. Chr. .
Weiter ging es über die Weinstraße, wo wir ein Versprechen einlösten. In Wieselburg hatten wir nämlich eine Managerin vom Semeli-Weingut kennen gelernt und wir hatten versprochen, wenn wir in Griechenland in der Nähe sind, fahren wir dort vorbei. Gesagt – getan! Die Weingegend ist eine wunderschöne Hügellandschaft. Der sandige Boden und die Sonne lassen die Trauben gut reifen. Leider wüteten scheinbar vor kurzem grössere Waldbrände in der Region. Und es gab unzählige Pickups dort – 15 Pickups vor nur einem Café in Nemea!


Anfänglich war es noch angenehm, aber je näher wir zu Korinth kamen, umso windiger wurde es. In einem Café mussten wir sogar drinnen sitzen, weil der Wind an der Küste die Sesseln davon geweht hat. Bevor wir den Kanal von Korinth auf der Seite vom Golf von Korinth überquerten, beobachteten wir die vorbeifahrenden Schiffe. Nachdem alle durch waren wurde die Fahrbahn aus dem Wasser gehoben und die wartenden Fahrzeuge konnten drüber fahren. Nachdem die Idee einen Kanal zu bauen bereits in der Antike aufgegriffen wurde, jedoch an der technischen Umsetzung scheiterte, war es 1881-1893 endlich so weit. Die Erfindung des Dynamits machte den Durchstich durch das felsige Terrain möglich. Ca. 30 Schiffe pro Tag nutzen die Durchfahrt zwischen dem Saronischem Golf und dem Korinthischen Golf.



Nach den mehreren Stopps waren wir in Euböa knapp vor dem Sonnenuntergang angekommen. Die Fähren streikten ja noch immer, also wollten wir gemütlich auf der Insel herumfahren. Die Augen waren verwöhnt von der Schönheit des Peloponnes. Es gibt sicher noch viele schöne Fleckchen auf Euböa, aber bis man dort hin kommt, muss man erst hunderte Windräder und Netze mit Strommasten passieren. Ja, windig war es bei unsere Fahrt nicht wenig, Ziemlich starke Böen schoben von allen Seiten an, was den Ausflug nicht gerade vergnüglicher machte. Erwähnenswert scheint mir das Dragospito – Drachenhöhle, das wir quasi im Vorbeifahren aufgesucht haben. 25 gibt es und die meisten davon sind in höher gelegenen schwer zugänglichen Regionen zu finden. Dabei handelt es sich um seltsame massive Steinbauten, deren Verwendung und Entstehung nicht geklärt ist. Manche Vermutungen deuten darauf hin, dass es Behausungen der Götter waren. Wahrscheinlicher scheint mir die Theorie, dass es Verteidigungsbauten oder Verstecke für gesuchte Räuber waren. Hässliche Industriebauten an schönen Stränden, die vielen Windräder und Plastikmüll überall am Strassenrand hinterliessen keinen guten Eindruck von Euböa. Das herzige kleine Fischerdörfchen Boufalo war da ein Hoffnungsschimmer, dass es auch schöne Plätze gibt. Am Hafen in Eretria warteten wir in der Taverne auf die Fähre, die zwischenzeitlich den Betrieb wieder aufgenommen hatte, um von Athen aus weiter nach Kreta zu fahren. Von dort melden wir uns wieder.











Am letzten Reisetag am Peloponnes habe ich nochmals nur die roten Pickups gezählt. Es waren bis Korinth 79 Wägen!
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