Im Herzen der Toskana

2020_Italien

Der Bock in San Gimignano

Wir haben unseren Standort geändert und machen unsere Touren und Erkundungen die nächsten Tage von Siena aus. Unser neues Nest ist in einem kleinen Palazzetto am südlichen Rand von Siena. Es kann schon hinkommen, dass Siena das Herz der Toskana ist, obgleich das sicher die Florentiner nicht gerne hören.

Über die erste Runde Crete Senesi haben wir schon im letzten Beitrag kurz berichtet. Die nächste Runde ging in das Manhattan des Mittelalters, nach San Gimignano. Die Stadt der Türme ist immer eine Reise wert. Die Patrizier der damals florierenden mittelalterlichen Stadt hatten sich scheinbar einen Wettbewerb selbst auferlegt. Je höher der Geschlechterturm, umso einflussreicher glaubte man zu sein. Ob ein luxuriöses Leben in so einem engen Turm möglich war, ist zu bezweifeln. Familienfehden und Intrigen gehörten zur Tagesordnung und letztendlich vernichteten sich die Schönen und Reichen dadurch selber. San Gimignano, einst eine reiche Handelsstadt, verlor an Bedeutung. Von den 72 Türmen sind heute nur noch 15 zu sehen. Wie ein Museum liegt die Stadt auf dem Hügel und wartet auf tausende Touristen, die heuer leider ausblieben.

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Da Sonntag in Italien wegen der vielen Radfahrer kein guter Tag zum Motorrad fahren ist, war die  Stadtbesichtigung von Siena angesagt. Immerhin war unser letzter Besuch schon 30 Jahre her. Innerhalb der Stadtmauern hat sich auf den ersten Blick nichts verändert. Die Piazza del Campo mit dem Torre del Mangia ist nach wie vor ein Hotspot für Jung und Alt, heuer alles sehr diszipliniert mit ganz viel Abstand und Maske. Der Palio di Siena, das härteste Pferderennen der Welt, findet jährlich am 2. Juli und am 16. August auf diesem Platz statt. Dieses Jahr mussten die Pferde leider im Stall bleiben angesichts der Pandemie. Ein besonderes Highlight bei unserem Besuch war der Domplatz mit seinen Schätzen. Alle namhaften Künstler des Hochmittelalters und der Renaissance wurden hier beschäftigt und schufen ein  Kulturjuwel der Sonderklasse. Geld schien keine Rolle zu spielen. Oder doch, denn der geplante gigantomanische Dom wurde nie fertig gestellt. Das Fassaden-Fragment der Facciatone dient heute als Aussichtsplattform. Mit einer Führung konnten wir in das Dachgebälk im Dom aufsteigen und den Blick von oben in die Kirchenschiffe geniessen. Ein echtes Wow-Erlebnis, vor allem für mich, wo ich doch nicht schwindelfrei bin. Die vielen Kunstwerke zu besichtigen war ein echter Hochgenuss und grad noch rechtzeitig haben wir den Zeitpunkt der Besichtigung erwischt , denn der nächste Lockdown für Museen bahnt sich auch in Italien an.

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#siena #toskana #tuscany #sangimignano #besichtigung #motorradreise

4 Gedanken zu „Im Herzen der Toskana

  1. Bine

    Genießt eure Zeit und eure Freiheit – mit Abstand und Vorsicht! Kommt gut wieder Heim (wobei es im Moment gar nicht so toll hier ist!)

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    Antwort
  2. Elisabeth Kratschmer

    Genießt weiterhin Eurer Reise durch das fast touristenfreie bella Italia mit den vielen Eindrücken von Historie, Kultur, Landschaft und hoffentlich noch in guten Bars und Restaurants!

    Gefällt 1 Person

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