
Nun sind wir schon fast zwei Wochen unterwegs. Die Liste an besuchten Sehenswürdigkeiten füllte sich allmählich und die Hälfte der noch offenen Zielpunkte für den Pässemarathon 2023 wurden bereits erreicht. Langsam war Zeit für eine kurze Fahrpause.
Wir haben uns dafür die Campinganlage in Isabena ausgesucht, aber natürlich nicht mit Zelt und so, sondern wir mieteten uns einen kleinen Bungalow mit Minimalausstattung. Von Isabena aus gibt es zahlreiche Möglichkeiten Touren zu fahren, oder einfach nichts zu tun und am Pool zu liegen. Ein BMW-Enduro-Park befindet sich ganz in der Nähe und Teilstrecken des ACTs führen unweit der Ferienanlage vorbei. Möglichkeiten über Möglichkeiten sich ein cooles Tagesprogramm zusammen zu stellen. Aber was ist nun mit dem Ruhetag? Nun, der ergab sich ganz automatisch, denn es war „der Tag an dem der Regen kam“. So knotzten wir in unserem Bungalow und harrten der Dinge. Baden oder fahren? Mal sehen, wie sich die Wetterlage weiter entwickelt.


Ich zeig euch daher die Impressionen des Anreisetages nach Isabena mit Ausblicken in die wunderbaren Pyrenäen-Landschaft. Die Tour führte entlang von Stauseen, die schon bessere Wasserstände gesehen hatten, durch spektakuläre Schluchten und vorbei an diversen kleinen Einsiedeleien.
Die Region La Baronia de Rialb allein verzeichnet 24 Kirchen, Klöster und Kapellen aus dem 11. und 12. Jahrhundert. La Torra am Rialb-Stausee und die Kloster- und Kirchenruine von Santa Maria de Gualter haben wir uns genauer angesehen. La Torra würde man als Denkmalpfleger als ein Ensemble bezeichnen: Kirche, Friedhof, Nebengebäude und eine alte Schule pittoresk auf einer kleinen Anhöhe errichtet. Die neben der Kirche abfallende Schlucht wurde durch den Stausee in den Jahren 2000 bis 2010 geflutet, nur leider ist der Wasserstand zwischenzeitlich wieder ziemlich abgesunken. Die Trockenheit bereitet der Landwirtschaft in Spanien einige Sorgen. Ein Regentag ist einfach zu wenig, um die Staubecken wieder zu füllen. Das Tourismuskonzept ist natürlich rund um den Stausee vom Wassermangel ebenfalls betroffen. Die Ausflugsboote wurden aufgelassen und die Staubecken werden zusehend zu Staubbecken, die langsam mit Stauden wieder zuwuchern.
In der entlegenen Gegend im Kloster Santa Maria de Gualter freute sich der lokale Tourismusmanager im Informationsbüro über unseren Besuch. Endlich Kundschaft! Aufmerksam lauschten wir seine Ausführungen über die Klosteranlage aus dem 12. Jahrhundert. Während des spanischen Bürgerkriegs war in der Kirche ein Munitionslager der Partisanen untergebracht. Wums, ging es in die Luft und das Kirchendach flog davon, daher nur noch die Ruine. Geschickt haben sie einen Skywalk über die noch stehenden Gewölbe gebaut. Das gezeigte Werbevideo wurde von den Klängen des Donauwalzers begleitet, meiner Meinung nach völlig unpassend. Der Hüter des Tourismusbüros gab dazu folgende Begründung ab: Katalonien unterstützte im Spanischen Erbfolgekrieg 1700-1713 die Habsburger. 11.9.1714 (Nationalfeiertag der Katalanen) ergab sich das belagerte Barcelona den Franzosen und wurde dem spanischen Territorium, das unter bourbonischer Herrschaft war, eingegliedert. Die Kurzfassung: Donauwalzer = Habsburg-Treue! Etwas an den Haaren herbeigezogen, aber warum nicht.
Bei unserer Fahrt sind uns einige Türme in der Landschaft aufgefallen. Es handelt sich dabei um sogenannte Signaltürme aus dem Mittelalter. Über eine Reihe von Türmen konnte mit Signalfeuern Informationen über große Strecken weitergeben werden. Während der Kreuzzüge reichte die Kette an Leuchtfeuern sogar von Damaskus bis zum Kaiserstuhl in Aachen. Ähnlich wird es mit den spanischen Signaltürmen gewesen sein, während der muslimischen Herrschaft, die bekanntlich bis nach Katalonien reichte. Auch Kirchtürme waren wichtig für die Informationskette. Daher wurden Kirchen immer wieder an den gleichen Stellen aufgebaut, um die Informationsweitergabe nicht zu unterbrechen. Kulturen sind nicht so unterschiedlich, wie wir immer glauben. Egal ob Leuchtfeuer oder Rauchzeichen bei den Indianern in Amerika, das System ist das gleiche. Wichtig war, dass wirklich loyale Getreue an den entscheidenden Signalpunkten saßen und die richtigen Nachrichten weiter funkten.
Insgesamt hatten wir eine super Anreise von Adrall nach Isabena. Egal ob es jetzt einen Ruhetag geben wird oder nicht. Die Campinganlage ist gut mit Pool und Restaurant ausgestattet. Vor fast jedem Bungalow steht ein Motorrad, also sind wir in guter Gesellschaft.

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