Auf nach Serbien

Diesmal galt es die missglückte „Mission Subotica“ zu vollenden, nachdem wir vor drei Jahren kläglich gescheitert waren. Mit Hilfe einer lieben Freundin vor Ort konnte diesmal nichts schief gehen. Alles war gründlich gecheckt.

Aber vorher mussten wir irgendwie über die Donau, denn die nächste Brücke war zu weit weg. Auch wenn die Donau derzeit Niedrigwasser führt, zogen wir die Fähre bei Mohacs vor, um ans andere Ufer zu kommen. Dann rumpelten wir noch einige Kilometer entlang der Grenze auf der ungarischen Seite dahin, bis wir in der Nähe von Subotoca in Serbien einreisten. Und dann standen wir auch schon beim Treffpunkt vor der offenen Tür der relativ neu renovierten Synagoge in Subotoca. Meine Freundin ist ja aus Subotica und ihr Mann ist sehr kunst- und kulturbeflissen, so dass wir die perfekten Fremdenführer vor Ort hatten. Dieser Bau ist wirklich ein Architektur-Juwel. Art Deco und Jugendstil-Elemente sind hier gekonnt mit ungarischen folkloristischen Motiven verwoben. Der Bau vom Anfang des 20. Jahrhunderts war lange Zeit in sehr schlechten Zustand und wurde sogar in die Liste der 100 meist gefährdeten Kulturdenkmäler aufgenommen. Um 2014 wurden die Renovierungen gestartet und vor allem dank einer großzügigen Finanzspritze aus Ungarn kamen die Arbeiten voran. 2018 konnten die Pforten wieder geöffnet werden.

Aber auch sonst ist Subotica ein sehr sehenswerter Ort mit mediterranem Flair. Die Nähe zur ehemaligen Donaumonarchie ist unverkennbar. Lauschige Plätze, boulevard-artige Strassenzüge mit noch teils alten Schaufenster-Kästen, bunte Hausfassaden von Barock bis Jugendstil geben der Stadt ein mondänes Gesicht. Danke euch – Edit & Gerhard – für den schönen Nachmittag in Subotica.

Und dann ging es auch schon wieder weiter. Das Ende der Tagestour war Novi Sad.

Novi Sad und Pertovaradin – nur keine Hektik

Die Stadt ist heuer Kulturhauptstadt und hat sicherlich einiges zu bieten. Wir waren schon gespannt, da wir 2019 zu wenig Zeit hatten, um auch hier halt zu machen. Abgesehen davon, dass Meister Garmin hartnäckig gesperrte Straßen befahren will, haben wir nach mehreren Runden um das Stadtzentrum das Hotel endlich erreicht. Das Einfahrtstor und der staubige Hof waren auf den ersten Blick nicht einladend. Dafür war das kleine Hotel eine große Überraschung. Alles war super schick und das zu einem sehr vernünftigen Preis direkt im Zentrum, Bock-Parkplatz inklusive.

Nach einer erfrischenden Dusche mischten wir uns in das gesellige Treiben auf der Flaniermeile gleich um die Ecke, oder besser gesagt gleich hinter dem nächsten Durchgang. Es gibt im Stadtzentrum von Novi Sad viele Verbindungswege zwischen den Häusern und durch verschiedene Hinterhöfe, fast wie in Venedig nur ohne Wasser-Kanälen. In den Höfen sind oft kleine Geschäfte, Cafes oder Bars angesiedelt. Und irgendwie landet man dann doch wieder auf der Hauptstrasse. Was uns gleich am ersten Abend aufgefallen war, dass die Leute hier scheinbar keine Hektik haben. Sie sind redseelig und haben Zeit. Ich möchte sagen, einfach sitzen und schauen, ist hier Pflicht. Unser erster Eindruck von Novi Sad und seinen Einwohnern war schon recht sympathisch.

Das Thermometer kletterte heute sogar auf heiße 39 Grad hoch, nicht gerade die ideale Temperatur für eine Stadtbesichtigung. Träge schleppten wir uns dennoch zur Synagoge und dann flüchteten wir in eine kleine Galerie, wo eine Ausstellung „Der Partisan und Fragonard“ über die Bildersammlung der ehemaligen First Lady von Jugoslawien Jovana Broz, Ehefrau von Jozip Broz Tito, gezeigt wurde. Die Werke wurden ihr nach dem Tod ihres Mannes für ihre Privaträume geschenkt. Diese Ausstellung geht auf die Stellung und die Rolle von Jovana Broz vor und nach dem Tod Titos ein.

In einem weiteren Schauraum waren 30 Werke von Künstlern aus Novi Sad und Künstlern aus Timioara zusammengetragen mit dem Fokus auf die gemeinsame künstlerische Entwicklungen, die mit der regionalen Zusammengehörigkeit unter der Monarchie begründet wurde. Und dann waren wir geschafft.

Eine heiße Suppe und ein kühles Bier gaben uns den Rest, so dass wir uns ein Mittagsschläfchen in unserem kühlen Hotelzimmer gönnten, bevor wir auf der anderen Seite der Donau die Hügelfestung in Petrovaradin (17./18. Jhdt) erklommen. Das Festungs-Besichtigungsprogramm war auf Grund der Hitze schnell erledigt. Zurück in die Stadt und den Tag noch bei einem Eis ausklingen lassen. Sitzen und schauen, das haben wir schnell gelernt in der lässigen Stadt Novi Sad.

Wer zum Bier des Tages möchte muss hier klicken.

Was darf in den südlichen Ländern nicht fehlen? Klar der liebe Straßenhund. Wobei dieses Exemplar sehr clever ist, der schläft den ganzen Tag im Hof beim Hotel auf dem sandigem Boden (wahrscheinlich wegen der Flöhe) und am Abend streunt er zwischen den Tischen beim Wirtshaus herum und holt sich sein Fressen.

Diese Etappen sind Teil der größeren Balkan III Tour.

Für jene, die sich für Serbien interessieren, habe ich hier noch einen Artikel aus der Hamburger Zeitung verlinkt: Serbien die große Unbekannte des Balkans

#mohacs #serbien #subotica #synagogesubotica #novisad #stadtbesichtigung #motorradreise

3 Gedanken zu „Auf nach Serbien

  1. Bine

    Unglaublich, was ihr schon in den ersten Tage wieder alles erlebt und gesehen habt! Wünsche euch eine schöne – unwetterfreie – Weiterfahrt und freue mich auf viele weitere Blogartikel!

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  2. Peter Szmolyan

    Ihr macht es richtig! Wir haben Subotica und Novi Sad auf dem Weg nach
    Griechenland immer nur schnell passiert, wir hatten damals aber auch
    deutlich weniger Zeit.
    Die Synagoge in Subotica ist wunderschön!
    P.

    Gefällt 1 Person

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  3. Klaus Duller GmbH

    Lieber Stefan, liebe Annemarie,

    wir haben schon sehr lange nichts voneinander gehört, dennoch verfolge ich eure Touren mit Begeisterung. Ich wünsche euch eine spannende Reise.
    Zur Info: Bin seit heute wieder stolzer Besitzer einer GS

    Lieben Gruß Klaus

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